NORR AUSZEIT Eisiger Höhepunkt

DIASHOW STARTEN

Hoch hinaus
auf den Halti

 

 

Die Landschaft ist menschenleer.

 

 

Im nordfinnischen Wildnisgebiet Käsivarsi liegt der Halti, der höchste Punkt des Landes.
Christian Kneise hat ihn bestiegen.

 

 

Ein Abenteuer zwischen atemberaubenden Nordlichtern und sehr, sehr frischen Toiletten…

Einsamkeit erleben:

Eero Aarnio in jungen Jahren.

Der große Durchbruch gelang Aarnio 1966 auf der Möbelmesse in Köln, wo der »Ball Chair« präsentiert wurde.

Die beiden Töchter von Eero Aarnio, Rea und Marja-Leena im »Bubble« Anfang der 70er Jahre.

Einer der bekanntesten Stühle des Designers: »Pastil« (1967) in grün.

Drei bekannte Modelle aus der Feder von Eero Aarnio: links »Tomato« (1963), rechts »Pastil« (1967) und in der Mitte der »Ball Chair« (1963).

  • Prev
  • Next

Finnische Design-Ikone Eero Aarnio: Rund und bunt

Text: Katja Gustafsson

Fast jeder hat sie schon mal irgendwo rumstehen sehen: die markanten Sitzgelegenheiten des finnischen Designers Eero Aarnio. Viele sind rund, aus Plastik und sehen aus, als ob sie ihr erstes Leben im Weltraum verbracht haben. Das Helsinkier Designmuseum widmete dem zeitgenössischen Gestalter eine große Retrospektive

»Ein Stuhl ist ein Gebrauchsobjekt. Ich beginne daher immer mit seiner Funktion. Er sollte bequem sein und gut aussehen. Es ist leicht, einen gemütlichen Stuhl zu entwerfen, der hässlich aussieht.« Mit diesem Grundrezept hat der finnische Designer Eero Aarnio seit den 60er Jahren die »Stuhlszene« revolutioniert. Schon früh arbeitete er mit Fiber-, Acrylglas und Plastik. Die Ergebnisse hießen »Ball Chair«, »Pastil«, »Bubble«, »Tomato«, »Pony« und »Formula«. Meist war der Name Programm und viele seiner Modelle werden dank ihrer originellen Formsprache bis heute produziert.

Umfassender Einblick

Aarnio, der heute 84 ist, gehört bereits seit vielen Jahren zu den bekanntesten Vertretern der zeitgenössischen Designszene in Finnland – und international. Da verwundert es fast ein wenig, dass das Designmuseum in Helsinki ihn erst jetzt mit einer großen Schau ehrt. Doch die Mühe hat sich gelohnt – die Ausstellung zeigt einen guten Gesamtüberblick über Aarnios Wirken, seine Werke und den persönlichen Werdegang. Neben Möbelexponaten werden auch Armaturen, Accessoires, Entwürfe und seltene Prototypen gezeigt. Man hat ein wenig das Gefühl, man träfe Aarnio in den Ausstellungsräumen persönlich, da man außer der Möbelschau auch die eher selten öffentlich zugänglichen Entwicklungsstufen des Gestaltungsprozesses erklärt bekommt. Ein ausführlicher Blick auf Aarnios Schreibtisch gibt einen guten Eindruck von der Komplexität der verschiedenen Schritte des Gestaltungsprozesses von der ersten handgezeichneten Skizze bis hin zu den industriellen Produktionslinien der Fabrik. Auch die Familie des Designers kommt in der Ausstellung vor. Seine Frau und die beiden Töchter waren oft die ersten, die die Prototypen neuer Entwürfe einem kritischen Test unterzogen. Häufig waren sie auch auf Werbematerialien zu sehen.

Verspielte Eleganz

»In der Produktion von Eero Aarnio treffen Rationalität und Irrationalität auf eine fast schizophrene Art und Weise aufeinander. Die Kombination von Verspielt- und Wildheit, die in klaren Formen der Möbelstücke Ausdruck findet, schafft eine interessante Spannung«, bringt Suvi Saloniemi, Chefkuratorin des Helsinkier Designmuseums den Charakter von Aarnios Schaffen auf den Punkt.

Der Designer wurde 1932 in der finnischen Hauptstadt geboren und machte 1957 sein Examen als Innenarchitekt. Nach einigen Jahren als Angestellter in verschiedenen Agenturen machte er sich 1962 selbstständig. Der große Durchbruch gelang ihm 1966 auf der Möbelmesse in Köln, wo der »Ball Chair« präsentiert wurde. Heute sind viele seiner mittlerweile klassischen Möbel in den Sammlungen großer Museen wie dem New Yorker MoMa, dem Victoria & Albert Museum in London, dem Centre Pompidou in Paris und dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein zu sehen. Bis heute ist Aarnio als Designer aktiv und experimentiert fortlaufend mit neuen Materialien. Vielleicht sehen wir bald nicht nur Möbel und Gebrauchsgegenstände aus Plastik und Fiberglas, sondern auch aus Zellulose und Holz von Eero Aarnio.

Eero Aarnio

Eero Aarnio, Jahrgang 1932, studierte am Institute of Industrial Arts in Helsinki und gründete 1962 sein eigenes Büro. Im folgenden Jahr entwarf er den »Ball Chair«, kurz darauf folgte der »Bubble Chair«. 1968 erhielt er für den Entwurf des »Pastil Chair« den »American Industrial Award«. Die Aarnio-Retrospektive im Designmuseum in Helsinki war bis zum 25. September 2016 zu sehen.

designmuseum.fi
eero-aarnio.com

Skandinavien Guides

  • Telemark-Tipps von Fjord Line: Reiseziele nahe Langesund

    Telemark-Tipps von Fjord Line: Reiseziele nahe Langesund

    Die Fjord Line Destination Langesund liegt nur gut zwei Autostunden entfernt von der Hauptstadt Oslo. Die Umgebung bietet eine Vielfalt an Aktivitäten für Outdoor-Freunde. Fjord Lines Favoriten findest du hier.

  • Outdoor-Tipps für den Sommer in Stockholm

    Outdoor-Tipps für den Sommer in Stockholm

    Stockholm ist reich an Naturschönheiten. Wälder, Seen und Strand sind immer leicht erreichbar. NORR hat zehn einzigartige Outdoortipps für unbeschwerte Sommertage in Stockholm ausgewählt.

  • Aarhus: Tipps für die Kulturhauptstadt 2017

    Aarhus: Tipps für die Kulturhauptstadt 2017

    Dänemarks zweitgrößte Stadt ist eine lebendige Metropole mit einer vielfältigen Restaurant- und Cafészene, spannender Architektur und Natur. NORR hat die besten Spots der Stadt ausfindig gemacht.

  • Kinderfreundliche Skigebiete im skandinavischen Fjäll

    Kinderfreundliche Skigebiete im skandinavischen Fjäll

    Familien-Skiurlaub in Skandinavien: Der NORR-Guide präsentiert acht kinderfreundliche Skigebiete in Norwegen, Schweden und Finnland.

  • Nordlicht statt Feuerwerk: Silvester-Tipps in Skandinavien

    Nordlicht statt Feuerwerk: Silvester-Tipps in Skandinavien

    Wandern in weißen Winterlandschaften, die Tradition der Samen kennenlernen, Nordlichter bestaunen. Für die Silvesternacht zeigen wir euch im NORR-Guide sechs zauberhafteste Orte in Skandinavien.

  • Weihnachtszeit in Schweden: Das darf nicht fehlen

    Weihnachtszeit in Schweden: Das darf nicht fehlen

    Wenn in Stockholm aus Lichterketten geformte Elche aufgestellt werden, Lucia ihr weißes Gewand herausholt und der unverwechselbare Duft von Safran durch die Gassen zieht, ist die Weihnachtszeit in Schweden angebrochen. NORR stellt sieben Leckereien vor.

  • Industriekultur in Skandinavien

    Industriekultur in Skandinavien

    Das Jahr 2015 wurde von der Europäischen Union zum European Industrial and Technical Heritage Year auserkoren. Grund genug für uns, die Highlights der skandinavischen Industriekultur zusammenzutragen.

  • Wasser-Wegweiser: Tipps zum Paddeln und Treibenlassen

    Wasser-Wegweiser: Tipps zum Paddeln und Treibenlassen

    Ob abenteuerliche Seekajak-Touren, eine gemütliche Reise an Bord eines Schiffs oder Entspannung pur auf dem selbstgebauten Floß: Die skandinavischen Gewässer lassen sich auf viele unterschiedliche Arten erkunden. NORR gibt Tipps für die Wasserwege.

  • Stabkirchen in Norwegen: Favoriten von NORR

    Stabkirchen in Norwegen: Favoriten von NORR

    Stabkirchen sind beeindruckende Relikte aus dem Mittelalter. Die imposante Architektur erinnert an die reich verzierten Drachenschiffe aus der Wikingerzeit. Von den einst über 750 Stabkirchen existieren heute noch 30, davon 28 in Norwegen. NORR stellt 5 Stabkirchen vor. 

  • Prev
  • Next
Alle Guides anzeigen

Grüne Outdoor-Produkte

  • Prev
  • Next
Alle Produkte anzeigen

Weiter empfehlen

Extra für NORR-Abonnenten

Hier kannst du dich für den Premium-Bereich anmelden, um alle großen NORR-Reportagen in voller Länge zu lesen. Wenn du noch keine Zugangsdaten erhalten hast, schicke bitte eine Mail mit deiner Abo-Nummer an abo@norrmagazin.de.

Abonnieren & Premium lesen