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BIO-LEBENSMITTEL IN SCHWEDEN: EINE HERAUSFORDERUNG

BIO-LEBENSMITTEL IN SCHWEDEN: EINE HERAUSFORDERUNG

Text: Gabriel Arthur, Foto: Felix Odell

Bio-Lebensmittel von Biobauernhöfen stehen hoch im Kurs. Sie erhalten Biodiversität, schaffen Arbeitsplätze und tragen zu einer verbesserten Öko-Bilanz bei. Trotzdem stammen nur weniger als fünf Prozent der Lebensmittel in Schweden aus ökologischer Landwirtschaft.

Die Tendenz in Schweden, Dänemark und Deutschland geht in die gleiche Richtung: Der Verkauf von Bio-Lebensmitteln hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Alle genannten Länder gehören zu den Vorreitern, was den Verkauf ökologischer Erzeugnisse an Privatpersonen, Firmen und die öffentliche Hand betrifft. Doch das Wachstum hat noch keine großen Höhen erreicht und ist aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise fast zum Stillstand gekommen. In Dänemark liegt der Anteil der Bio-Lebensmittel bei sieben Prozent und in Deutschland bei vier. Viele Experten sind sich einig darüber, dass neue Zielgruppen für den Verkauf erschlossen werden müssen, wenn die Branche weiter wachsen will.
„Die Verbraucher, die Öko-Produkte kaufen, bestehen hauptsächlich aus zwei Gruppen: Umweltschützer, die beim Einkauf an das Ökosystem denken und hochqualifizierte Frauen aus den Großstädten“, berichtet Eva Rülf, Marktentwicklerin mit dem Schwerpunkt Bioprodukte beim Lantbrukarnas riksförbund (LRF), dem schwedischen Äquivalent des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

Der Preis spielt keine Rolle?
Viele Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen: viele Verbraucher möchten ökologische Erzeugnisse kaufen, finden aber den Preis zu hoch. Wenn es nach Eva Rülf ginge, sollte die Diskussion um den Kostenfaktor allerdings etwas differenzierter ausfallen als bisher. Der Anteil billiger Lebensmittel fällt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten deutlich höher aus, aber auch die Bio-Lebensmittel sind in den letzten Jahren insgesamt billiger geworden – in Schweden vor allem deshalb, weil die großen Supermärkte eigene Ökomarken in ihr Sortiment aufgenommen haben, wie z.B. die Ica-Kette mit ihrer „I love eco“-Linie.
Doch statt des Preises hebt Eva Rülf andere Faktoren hervor, die wichtig zur Erschließung neuer Kunden sind: gutes Marketing, eine breite Produktpalette und außergewöhnliche Verkaufsstrategien – all das, was die großen Lebensmittelkonzerne aus dem Effeff beherrschen. „Für die Kunden, die immer schon Bio-Weizenkleie gekauft haben, spielt es keine große Rolle, wie die Verpackung aussieht, oder an welcher Stelle im Geschäft das Öko-Sortiment zu finden ist. Doch will man seinen Kundenkreis erweitern, sollte man Dinge wie Marketing auf jeden Fall im Blick haben. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Produktplatzierung große Auswirkungen auf die Verkaufszahlen hat“, sagt Eva Rülf.

Dass der Preis nicht das allerwichtigste ist, beweist auch die Statistik. In den letzten Jahren gab es starke Zuwächse im sogenannten Premiumsortiment zu verzeichnen. Gourmettrends, Koch-Shows und die permanente Flut neuer Kochbücher haben zu einem wachsenden Interesse an exklusiven Zutaten geführt. Doch nur deshalb landen noch lange keine Öko-Produkte in den Einkaufswagen – obwohl Bioerzeugnisse oft eine höhere Qualität als herkömmliche Waren haben.

Lebensmittelskandale rütteln auf
Doch noch ein anderer Trend könnte sich in Zukunft als neuer Katalysator für Bio-Produkte entpuppen: die gesteigerte Nachfrage nach gesundem Essen. Davon ist Elisabeth Gauffin überzeugt, die Vorsitzende der Organisation „Krav“ ist, die das nationale Qualitätssiegel für ökologische Lebensmittel, ähnlich dem deutschen Bio-Siegel, vergibt. „ Der Einfluss der Chemikalien, denen wir im Alltag ausgesetzt sind, verunsichert mehr und mehr Menschen. Zurzeit sind mehr als 100 000 unterschiedliche Substanzen im Umlauf, von denen wir nur rund 800 genauer kennen. Und die genauen Auswirkungen vieler Substanzen können wir erst in ferner Zukunft abschätzen. Aber immer mehr Menschen möchten gerne wissen, was sie essen. Das ist die große Chance von Krav. Wir müssen den Menschen noch viel deutlicher mitteilen, dass ökologische Lebensmittel keine Gesundheitsgefahren beinhalten“, sagt Elisabeth Gauffin und fügt hinzu: „Auch die Lebensmittelskandale der letzten Monate, wie z.B. die Tatsache, dass Pferdefleisch in Fertiggerichten mit Rindfleisch gefunden wurde, spielt uns in die Hände. Wer mit dem Krav-Siegel ausgezeichnete Lebensmittel konsumiert, weiß erstens, was er isst und zweitens, dass es eine gute Qualität hat.

Rückschritt in der Politik
Es ist jedoch zweifelhaft, ob die Produktion ökologischer Lebensmittel steigt, weil es von der Politik gewollt ist. In Schweden bekommen die Öko-Bauern momentan Subventionen für ihren Umwelteinsatz in den Bereichen Biodiversität und Tierschutz. Doch ob das auch in Zukunft so bleibt, wird zurzeit sowohl im schwedischen Reichstag als auch auf EU-Ebene diskutiert. „Kürzlich hat das Landwirtschaftsministerium einen Vorschlag für eine Verminderung der Zuschüsse beim Anbau von Weidefutter gemacht – eines der wichtigsten Anbau-Produkte für Bio-Bauern. Und vor nicht allzu langer Zeit hatte die Regierung das Ziel, den Anteil der Bio-Produkte im Bereich der öffentlichen Hand auf 25 Prozent zu erhöhen. Doch davon haben die Entscheidungsträger inzwischen Abstand genommen. Ökologische Landwirtschaft scheint in Schweden anscheinend nicht so wichtig“ erläutert Eva Rülf.

Elisabeth Gauffin, sie selber viele Jahre lang einen Öko-Hof betrieben hat, hat einen ähnlichen Eindruck gewonnen: „ Auf EU-Ebene spielt Landwirtschaft eine sehr große Rolle – in Schweden nicht. Die schwedischen EU-Politiker könnten sich bei der Vergabe der entsprechenden Subventionen in Brüssel noch viel stärker für die heimischen Bio-Bauern einsetzen.“

Das Krav-Siegel

Die Entsprechung des deutschen Bio-Siegels in Schweden ist die Krav-Zertifizerung, die Lebensmittel kennzeichnet, die ökologisch produziert und angebaut werden. Das Siegel wird seit 1985 in Schweden vergeben. Die nicht-kommerzielle Organisation zeichnet Lebensmittel aus aller Welt aus, die in Schweden verkauft werden.583px-KRAV_logo_2010_svg

krav.se

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