NORR AUSZEIT Hoch hinaus auf den Halti – ein Reisetagebuch

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Hoch hinaus
auf den Halti

 

 

Die Landschaft ist menschenleer.

 

 

Im nordfinnischen Wildnisgebiet Käsivarsi liegt der Halti, der höchste Punkt des Landes.
Christian Kneise hat ihn bestiegen.

 

 

Ein Abenteuer zwischen atemberaubenden Nordlichtern und sehr, sehr frischen Toiletten…

Einsamkeit erleben:

In der Waldlandschaft der Region haben Mensch und Elch seit Jahrtausenden in enger Nachbarschaft gelebt.

Das Felsbild auf dem Flatruet im jämtländischen Fjäll stellte sich mittels archäologischer Analysen als Schießstand aus der Steinzeit heraus.

So gut wie jeder steinzeitliche Fund aus den Waldgebieten Norrlands hat etwas mit dem Elch zu tun. Es war eine Kultur der Sammler, Fischer und Jäger.

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Jämtland in Schweden: Im Land der Elchleute

Text: Åsa & Mats Ottosson, Fotos: Roine Magnusson

Wie waren sie, die Elchmenschen, die einst in den tiefen Wäldern Jämtlands wohnten? Im Dorf Glösa glaubt man, die Antwort zu wissen. Die Zeremonien des Steinzeitvolkes werden auf einer verborgenen Waldlichtung zu neuem Leben erweckt.

Vor der großen Elchhalle in Glösa stecken achtzehn brennende Fackeln in der Erde. Als die Elchmenschen herauskommen, greifen sie danach, und der Anführer der Fackelträger spricht die vorgeschriebenen Worte: „Schweigend wandern wir zu unseren heiligen Felsen.“ Die Gruppen versammeln sich hinter ihrem jeweiligen Fackelträger und machen sich auf den Weg zum Glösabach-Wasserfall nördlich des Alsensees. Die herbstliche Dunkelheit, die den Glutschein der Fackeln umgibt, ist so dicht wie eine Wand. Trommelschläge erfüllen den Lichtraum mit suggestiven Rhythmen. Erwartung liegt in der Luft. Als die Gesellschaft den Bach erreicht, ist ihr Häuptling – der Jäger Mård – schon da. Er steht mit zwei Fackelträgern am Westufer des Wasserlaufs, die Menge bleibt am Ostufer stehen. Gemeinsam bilden sie einen Ring, der die Felsen am Bach umschließt.

Im Fackelschein sieht man, dass etwa vierzig Tierfiguren in den Stein geritzt sind. Die berühmten Felsbilder von Glösa. Alle schweigen. Jetzt ist für den Häuptling der Augenblick gekommen, seine jährliche Ansprache zu halten. „Willkommen, Volk des Elchclans. Wir gehören ja alle zu diesem vortrefflichen Clan, der in den großen Wäldern rund um unseren Kultplatz lebt. Ist die Familiengruppe aus Hårkan hier, dann möge sie antworten: Wir sind hier.“ „Wir sind hier”, antwortet eine Gruppe vom anderen Bachufer. Mård zählt noch die Gruppen aus Litnäset, Långan, Åkerån, Ottsjön und Andersön auf. Dann hält er seine Huldigungsrede an den Elch. Er gelobt die Schonung der Tiere während ihrer bevorstehenden Brunstzeit und ermahnt das Elchvolk, seinen Teil des Paktes zu erfüllen, den Menschen und Elche miteinander geschlossen haben.

Die Entstehung des Elchfestes

Der Jäger Mård heißt in Wirklichkeit Curt Lofterud. Er ist auch keineswegs Jäger, sondern pensionierter Lehrer und Schriftsteller. Und außerdem die treibende Kraft im Heimatverein von Alsen, der in jedem Herbst das Elchfest bei den Felszeichnungen von Glösa …


Reportageserie in nORR

In einer deutschsprachigen Skandinavien-Zeitschrift muss natürlich auch der Elch vorkommen. In unserer dreiteiligen Reportageserie haben wir das beliebte Tier von verschiedenen Perspektiven aus beleuchtet. Im ersten Teil ging es um die geheimnisvollen »Elchleute«, die während der Steinzeit in den jämtländischen Wäldern in der Nähe des Dorfes Glösa gelebt haben. In Ausgabe 1/2009 ging es um Mythen und Fakten rund um Europas größtes Säugetier, und in der darauffolgenden Nummer drehte sich alles um den »Exportschlager Elch«.


Glösa – Reich der Elche

Glösa liegt in Nähe des Sees Alsen im Nordwesten von Östersund in Jämtland. Hier gibt es ungefähr 40 Felszeichnungen von Elchen, die zu den bekanntesten in Schweden gehören. Sie sind etwa 6000 Jahre alt und bilden den Mittelpunkt des, vom Heimatverein Alsen gegründeten, touristischen Informationszentrums. Hier gibt es Hütten aus der Steinzeit und ein Elchmuseum, mit dem dazugehörigen Shop Älgerian, in dem man allerlei Souvenirs kaufen kann. Ob mit oder ohne Elch: Die idyllische Landschaft rund um den Alsensee ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Anreise

Von Stockholm aus gibt es eine Zugverbindung nach Krokom, das ca. 20 km von Glösa entfernt liegt. Alsens Heimatverein kümmert sich, nach vorheriger Buchung, um den Weitertransport. sj.se

Mit dem Auto fährt man auf der E14 ostwärts von Östersund. Bei Näskott biegt man nördlich ab und fährt den Weg auf der Nordseite des Alsensees. Flüge gehen von Stockholm, Göteborg oder Luleå und Umeå nach Östersund. sas.se

Unterkunft

In Östersund und Åre gibt es viele Hotels, Wohnungen und Ferienhäuser.
Das Angebot an Unterkünften in der Nähe von Glösa ist eher begrenzt.
Jämtland Härjedalen Turism, jht.se

Alsens Hembygdsforening, Herrn Curt Lofterud, +46 70 6918546, glosa@bredband.net,
alsen.org

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