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Mit ihrem kleinen Sohn Even
machen sich Anton und Helena
auf in die tiefen Wälder Kareliens.

 

Ein Familienabenteuer mit Tipi-Zelt,
Axt und Windeln… 

Einsamkeit erleben:

Details und Widersprüche: Schwarz-weiß lebt!

Kontraste: "Mein Blick blieb an dem Motiv aus braunen Steinen und saftig grünen Pflänzchen hängen, die unter Wasser getaucht eine eigene Welt darstellten."

Im Rondane-Nationalpark: "Die Natur bietet genug Dramatik, Licht und Details."

Die eigene Wahrnehmung schärfen: "Ich streife meistens umher, drücke hier und da ab und nehme, was ich vorfinde."

Aus der Situation heraus: Das Foto entstand am Wasserfall Seljalandsfoss.

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Martin Hülles Fotoschule: Thema Natur

Text und Fotos Martin Hülle

Naturfotos sind eine Gattung für sich. Von kitschig bis dramatisch ist alles dabei. Wie man gute, naturgetreue Aufnahmen macht, die ihren Namen verdienen und den Betrachter zum Staunen bringen, verrät unser NORR-Fotograf.

Bei Naturfotos geht man oft ähnlich vor wie bei Beauty-Bildern: Landschaften werden schöner oder dramatischer dargestellt, als sie sind. Bildbearbeitung macht es möglich, doch meine Sache ist es nicht. Dabei geht es weniger um ein richtig oder falsch – eher um die eigene Wahrnehmung. Wie in allen Bereichen der Fotografie ist das Motiv ausschlaggebend und bestimmend. Ein ödes Bild wird durch starke Nachbearbeitung nicht besser. Erzählt es hingegen eine interessante Geschichte, steht es für sich. Wie Reportagefotos sollten Naturbilder meiner Meinung nach nicht zu sehr verfremdet werden oder gekünstelt wirken. Sie sollten natürlich sein. Ehrlich. Die Natur bietet genug Dramatik, Licht und Details. Man muss manchmal nur ein wenig darauf warten, Glück haben und sich darauf einlassen, neue Dinge zu entdecken.

Details und Widersprüche

Mich fesseln oft die Details, die Widersprüche oder Zugehörigkeiten aufzeigen. Wie zarte Pflänzchen vor dahinrostenden ausrangierten Fischerbooten, wie ich sie jüngst auf Island aufgespürt habe. Sprießende Natur neben alter Technik. Oder ein vom Wasser glattpolierter kleiner Stein vor heranrollenden Wellen.

Bei Nahaufnahmen, die oft nur wenige Bildinhalte zeigen, ist konzentriertes Vorgehen, wie auch die Wahl der richtigen Kameraeinstellungen, wichtig. Schon bei der Aufnahme versuche ich, den Ausschnitt ganz bewusst zu wählen. Manchmal passt mein erster Eindruck durch den Sucher dann doch nicht und ich optimiere den Ausschnitt nachträglich in der Bildbearbeitung. Diese Feinarbeit ist ja auch völlig legitim, sollte aber nicht dazu führen, vor Ort schlampig zu arbeiten.

Aus der Situation heraus

Ich streife meistens umher, drücke hier und da ab und nehme, was ich vorfinde, als dass ich stundenlang an einem Fleck hocke und darauf warte, dass das Licht noch einen Tick besser wird. Daher ist der Ansatz bei all meinen Reise-, Landschaftsund Naturbildern auch meist reportagehaft, »aus der Situation heraus« geprägt. Auch andere Fotografen arbeiten so – wie zum Beispiel Ragnar Axelsson, Gueorgui Pinkhassov oder Olaf Otto Becker, von denen ich mich gerne inspirieren lasse.

Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist Bild 1, das während einer Besteigung des Hvannadalshnúkur auf Island entstand. Während der Fahrt zum Berg, machten wir einen kurzen Stopp am Seljalandsfoss, einem bekannten Wasserfall, hinter dem ein nasser Pfad entlangführt. Die Zeit war knapp und ich suchte in Windeseile nach einem Blickwinkel, der die Szenerie ganz anders einfängt als die unzähligen Bilder, die es von diesem 40 Meter hohen Wasserfall meist zu sehen gibt. Von der Rückseite sah ich durch das hinabstürzende Wasser einige Vögel davor umherfliegen. Ich zückte meine Kamera und wählte mit einem Teleobjektiv einen Ausschnitt, der einen Vogel in einem guten Größenverhältnis zur Gewalt der Wassermassen zeigte. Einerseits war ich so ganz nah dran am Geschehen und wurde selber gehörig nassgespritzt, andererseits war der Vogel noch recht weit weg. So wurde es keine klassische Nahaufnahme, sondern eher ein Detailbild – was dem Moment aber viel eher gerecht wurde.

Martin Hülle

Ich und die Fujifilm X-T1

Der Fotograf und Autor aus Wuppertal ist am liebsten draußen im hohen Norden unterwegs. Er liebt die Abgeschiedenheit. Zu jeder Jahreszeit durchstreift er die Berg- und Gletscherlandschaften Skandinaviens. Kamera und Notizblock sind seine ständigen Begleiter.

martin-huelle.de

Ausrüstung

Fotoschule6

»Momentan fotografiere ich mit der universellen X-T1 von Fujifilm. Meist reichen die gewöhnlichen Objektive auch für Natur- und Detailbilder aus. Nur wenn ich etwas ganz kleines ganz groß aufnehmen möchte, greife ich zu einem speziellen Makro-Objektiv.«

In unserem NORDLICHT-Fotowettbewerb suchen wir die schönsten Bilder aus Skandinavien. Unter allen Einsendungen wählt Martin Hülle gemeinsam mit der NORR -Redaktion zwölf Bilder aus, über die unsere Leser online abstimmen können.

norrmagazin.de/nordlicht

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