NORR AUSZEIT Hoch hinaus auf den Halti – ein Reisetagebuch

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Hoch hinaus
auf den Halti

 

 

Die Landschaft ist menschenleer.

 

 

Im nordfinnischen Wildnisgebiet Käsivarsi liegt der Halti, der höchste Punkt des Landes.
Christian Kneise hat ihn bestiegen.

 

 

Ein Abenteuer zwischen atemberaubenden Nordlichtern und sehr, sehr frischen Toiletten…

Einsamkeit erleben:

Niemand ist eine Insel Inselkunst im Artipelag

Niemand ist eine Insel Inselkunst im Artipelag

Text: Marie Krutmann

Stockholms Schären-Museum, das Artipelag, verkörpert mit seiner äußeren Einbindung in die natürliche Umgebung jenes, was das Innere des Museums thematisiert. Das Verhältnis von Mensch und Natur, am Beispiel des Inselmotivs.

»Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes. (…)«

Das Zitat des Dichters John Donne bildet den Titel und Rahmen der aktuellen Ausstellung im Artipelag »Ingen männsika är en ö«. Eine Aussage wie diese kann viele Assoziationen wecken. Sie kann auf die Stellung des Menschen in der Welt und gegenüber seinen Mitmenschen verweisen. Ebenso vermag sie, auf einer bildlichen Ebene, das ambivalente Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu untermauern.

Innen wie Außen

Der Mensch ist Teil der Natur und dennoch nicht gleichsam wild und ungebunden. Betritt man die Insel, auf der sich das Artipelag befindet, wird diese Ambivalenz deutlich spürbar. Inmitten der Natur schießen schräg und kantig die Fassaden des Museums empor und bilden einen Kontrast zur umliegenden Umgebung. Gleichzeitig hat Architekt Johan Nyrén das Gebäude so angelegt, dass es in den natürlichen Fortgang des Waldes eingebettet ist. So ragt innen im Eingangsbereich ein Fels aus dem Boden und die Farbakzente der Einrichtung entsprechen denen des moosbewachsenen Dachs. Natur trifft auf Konstruktion.

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Die Besucher, die zum Artipelag kommen, erwartet entsprechend eine interessante Mischung: ein Ausflug in die Natur mit kunsthistorischem Input. Passend zum Ausstellungsthema verkörpert jeder Raum im Inneren des Museums eine eigene Insel. Angefangen beim späten 19. Jahrhundert, erhält man als Besucher eine Einführung in die sogenannte »Archipel-Kunst«Die Schäreninseln zählen zu Schwedens ältestem Naturerbe und bieten sich somit hervorragend als Leinwand seiner historischen Entwicklung an.

Mensch vs. Natur

Im Laufe der Industrialisierung nahm das Verhältnis zwischen Natur und Mensch an Spannung zu. Sichtbar wird dies im Inselkontext vor allem an der gewählten Perspektive. In J.A.G. Ackes »Östrasalt« (siehe Titelbild) steht der Mensch stark und selbstsicher im Mittelpunkt, umspült von Wellen, die ihm scheinbar nichts anhaben können. Die Köpfe der drei Männer heben sich farblich vom Rest des Körpers ab, wodurch ihre Genialität unterstrichen wird. Der Mensch ist nicht so ungestüm wie das Meer, er besitzt Intelligenz und einen nahezu mechanischen Körper.

anders-zorn-red-stockingsIm Zusammenhang mit der Inselthematik in der Malerei lassen sich zudem gesellschaftliche Geschlechterrollen nachvollziehen. Im Gegensatz zum muskulösen Körper des Mannes, wird die Frau im 19. Jahrhundert organisch und gut genährt dargestellt. Sie ist nicht erhaben über die Natur, wie der Mann, sondern eins mit ihr. Das Gemälde »Röd Strumpa« des Künstlers Anders Zorn erweckt genau diesen Anschein. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass für die Inszenierung dieses Moments in der Natur, extra eine rundliche Arbeiterin aus der Karamell-Fabrik von der Stadt auf die Insel gebracht werden musste. Was so natürlich scheint, ist ebenfalls konstruiert.

Der Körper der Natur

Von Insel zu Insel geht es über Strindberg, Jansson, Liljefors und Håfström immer weiter in der Zeit, bis die Vergangenheit schließlich ein Ende findet und wir uns außerhalb des Gebäudes im Hier und Jetzt wiederfinden.

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Ebba Bohlins Skulptur »Entendre« ist eine Insel auf der Insel. Das schwimmende Ohr verleiht der Natur ein eigenes Organ, macht es zum Körper. Was würde man mit diesem Ohr hören, wenn die Natur in sich hineinhorcht? Und wie kann man sich die Natur als menschlichen Körper vorstellen? Betrachtet man die Menschen, wie sie die Meere mit ihren Abfällen füttern, muss bei der Natur wohl an einen kranken Körper gedacht werden. Das Ohr steht somit auch als Symbol dafür, der Natur besser zuzuhören und sie zu pflegen.

Die Ausstellung vereint Innen und Außen, Mensch und Natur und zeigt eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken in der Kunst. Wer am Nachmittag die Insel verlässt und mit dem Boot zurück in die Stadt fährt, hat eine Menge erlebt und neben der Geschichte Schwedens vielleicht auch etwas mehr über sich selbst gelernt. Der Mensch ist keine Insel, aber vielleicht kann er ein Boot sein und sich mit ihr verbinden.

Mehr Informationen zum Artipelag und vergangenen Ausstellungen gibt es hier.

 

 

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Der Leiter des Museums, Baby-Björn Gründer Björn Jakobson, beschreibt das Artipelag als einen internationalen Treffpunkt für Kunst, gutes Essen, Events und Aktivitäten. Seit dem Jahr 2012 liegt es inmitten Stockholms Schärengarten in der Gemeinde Gustavsberg. Mit Boot, Auto oder Shuttlebus erreicht man die Insel, von Stockholm aus, in ca. 20 Minuten (siehe Fahrplan auf der Website).

artipelag.se

Die aktuelle Ausstellung läuft noch bis zum 28. September 2014. Wer möchte, kann an einer öffentlichen Einführung teilnehmen oder sich für eine private Führung ( auf schwedisch, englisch oder deutsch) anmelden.

info@artipelag.se

Ingen männsika är en ö

August Strindberg

J.A.G. Acke

Prins Eugen

Bruno Liljefors

Anders Zorn

Albert Engström

Axel Sjöberg

Axel Einar Hjorth

Rune Jansson

Eddie Figge

Olle Nyman

Staffan Hallström

Evert Lundquist

Ebba Reutercrona

Torsten Renqvist

Anders Bruno Liljefors

Evert Taube

LG Lundberg

Ernst Billgren

Jan Håfström

Rolf Hanson

Marcus Eek

Madeleine Jonsson Gille

Carl Boutard

Ebba Bohlin

Anna Lidbjörk

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