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Die Wildnis ruft.

 

Mit ihrem kleinen Sohn Even
machen sich Anton und Helena
auf in die tiefen Wälder Kareliens.

 

Ein Familienabenteuer mit Tipi-Zelt,
Axt und Windeln… 

Einsamkeit erleben:

Schwedische Weihnachtstraditionen

Schwedische Weihnachtstraditionen

Wie sah und sieht eigentlich die Zeit bis zum 24. Dezember traditionellerweise in Schweden aus? NORR stellt 14 historische Bräuche und ihre Geschichten vor.

#01 Erster Advent

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(c) Simon Paulin

Das Wort Advent hat seinen Ursprung im Lateinischen „adventus Domini“ und bedeutet „Ankunft des Herrn“ – die Tradition dekorativer Kerzen und Adventssterne wurde aus Deutschland überliefert und in Schweden in den 1930er Jahren üblich. Der Adventskranz mit vier Kerzen ersetzte den Adventsweihnachtsbaum, der wie der klassische Adventskalender ebenfalls aus Deutschland stammte. In praktisch allen schwedischen Haushalten sind um Weihnachten herum Hyazinthen, hier eine echte Weihnachts-, nicht etwa Frühlingspflanze, und elektrische Adventskerzen zu finden.

 

#02 Alternatives Fest

(c) uppsalastudent.com

Weihnachten mal anders feiern oder komplett ignorieren? Seit Beginn des letzten Jahrhundert stellten sich Menschen in Skandinavien vermehrt diese Frage. Gästehäuser öffneten ihre Türen für diejenigen, die Weihnachten feiern, aber gleichzeitig all die Vorbereitungen umgehen wollten. Günstige Reiseangebote wurden wahrgenommen und als Alternative zu dem zunehmend kommerzialisierten Fest begrüßt. So auch die Einladung der „Uplands nation“ Studentenverbindung aus Uppsala, die seit 1969 jene bei sich an Weihnachten willkommen heißt, die sonst alleine wären oder vor der eigenen Familie flüchten wollen.

 

#03 Postkarten

(c) pinterest.se

Die Schweden versenden seit Ende des 19. Jahrhunderts Weihnachtskarten, nachdem die Tradition aus England, wo Mistelzweige, Winterlandschaften und Engel beliebte Motive waren, überliefert wurde. Bekannt gemacht haben die „glada jultomtar“ (dt. glückliche Weihnachtsmänner) der Künstlerin Jenny Nyström Weihnachtskarten im ganzen Land.

 

#04 Die Weihnachtsziege

(c) bukowskis.com

In der Vergangenheit hat die Weihnachtsziege („Julbocken“) das schwedische Weihnachtsfest verkörpert. Am Tag nach Weihnachten verkleideten sich Jugendliche als Ziege und baten jeden Dorfbewohner um Essen und Trinken für eine Feier mit ihren Freunden. Im späten 18. Jahrhundert gab die Ziege auch Geschenke aus. Ursprünglich stellte die Weihnachtsziege den Teufel an der Seite von St. Nikolaus dar. Stroh wurde an Weihnachten über den Boden im Haus verstreut und manchmal dazu verwendet, Ziegen zu basteln und sie, Verse aufsagend, von Farm zu Farm zu tragen. Neben dem Weihnachtsbaum platzierte Strohziegen sind heutzutage ein Relikt der alten Tradition.

 

#05 Der Weihnachtsmann

(c) julbordbloggen.wordpress.com

Die kleine Hofelfe, St. Nikolaus und die Weihnachtsziege sind alle mit dem heutigen Bild des Weihnachtsmannes verwandt. Die Elfe kümmerte sich um die Tiere und hielt eine schützende Hand über den Hof. Bevor der Weihnachtsmann zum Hauptsymbol des Weihnachtsfests wurde, war die Weihnachtsziege diejenige, die die Geschenke verteilte. Jenny Nyström kreierte das schwedische Bild des Weihnachtsmannes, als sie ihm die Eigenschaften der traditionellen Hofelfe zuschrieb.

 

#06 Annas Tag

(c) pinterest.com

Am „Annandagen“, dem 9. Dezember, begannen die Menschen damit, Weihnachtsbier zu brauen. Der Tag wurde im Kalender durch ein Krugsymbol markiert und auch „Anna und ihr Krug“ genannt. Das Brauen erzeugte Hefe, das anschließend zum Backen verwendet wurde. Der Tag wurde nach der Mutter der Jungfrau Maria, die Heilige Anna oder Anne, benannt.

 

#07 Das Nobel-Bankett

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(c) Fredrika Berghult / NobelMediaAB

Seit vielen Jahren ist es traditionell in Schweden üblich, das Bankett des Nobelpreises im Fernsehen anzuschauen. Am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, folgt auf die Verleihung des Nobelpreises in der Stockholmer Konzerthalle ein festliches Bankett mit royalen Gästen im „Stadshus“ (dt. Rathaus).

 

#08 Julklapp

(c) sydsvenskan.se

Das schwedische Wort für Weihnachtsgeschenk „Julklapp“ heißt wörtlich übersetzt „Weihnachtsklopfen“ und ist an eine entsprechende Tradition angelehnt. Lautes Klopfen an der Tür, gefolgt vom Werfen einer Strohziege gemeinsam mit dem Aufsagen eines lustigen Gedichts und anschließendem Weglaufen, gilt als Ursprung des Begriffs. Im südschwedischen Skåne gingen die Menschen üblicherweise mit einem Schweinefuß durch das Dorf. Wurde dies von jemandem bemerkt, mussten sie einen Drink pro Fußknochen nehmen, wessen Anzahl auf 32 oder 48 geschätzt wurden.

 

#09 Lucia

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(c) svenskakyrkan.se

„Lucia“ ist vor allem in Schweden, Dänemark und Norwegen sowie in Finnlandschweden verbreitet. Das Fest fällt auf den 13. Dezember, den Gedenktag der heiligen Lucia, der vor der Gregorianischen Kalenderreform als kürzester Tag und damit als längste Nacht des Jahres galt. Der Legende nach soll die Nacht besonders gefährlich gewesen sein, übernatürliche Kräfte trieben ihr Unwesen und Tiere konnten sprechen. Insbesondere in Westschweden wurde der Tag groß gefeiert und auch „kleiner Heiligabend“ oder „lange Lucia-Nacht“ genannt. Als „Lucia-Braut“ wurde eine in Stroh gekleidete Frau oder auch eine einfache Strohpuppe verstanden, mit der die Leute während des Festes tanzten.

 

#10 St. Thomas

(c) elchburger.de

Am „Tomasdagen“, zwei Tage vor Weihnachten, wurde traditionellerweise das Weihnachtsbier („Julöl“) probiert. Auf dem Weihnachtsmarkt wurden Geschenke, Essen, Süßigkeiten und Pfefferkuchen gekauft, um der Dekoration des Weihnachtsbaums den letzten Schliff zu geben.

 

#11 Julbordet

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(c) Ikea Systems

Das schwedische Weihnachtsessen („Julbordet“) besteht heute bei über 90 Prozent der Schweden vor allem aus Schinken. Früher wurde dieser für den Sommer gespart. Statt des heute üblichen Lachsfilets gab es Stockfisch und Haferbrei.

 

#12 Kalle Ankas Jul

(c) svt.se

Das Walt Disney-Programm an Heiligabend wurde erstmals im Jahr 1960 im schwedischen Fernsehen gezeigt. Viele Schweden lassen sich auch heute noch von Donald Duck („Kalle Anka“) und seinen Freunden über den Bildschirm fröhliche Weihnachten wünschen.

 

#13 Weihnachtsbäckerei

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(c) Miriam Preis

Nach Lucia kommt das großen Backen. Im 19. Jahrhundert wurden Eisenofen üblich und mit ihnen hausgemachte „Mandelmussla“ (eine Sorte Mandelkuchen), „Lussekatter“ (Saffrangebäck) und „Pepparkakor“ (Pfefferkuchen). Die „Saffransbullar“ sind eine der wichtigsten schwedischen Weihnachtstraditionen und werden am Lucia-Tag gerne zu „Glögg“ (Glühwein) gereicht.

 

#14 Weihnachtsbaum

(c) geo.de

Auch der Brauch des Weihnachtsbaums kommt aus Deutschland. Erste Dekorationen stellten Wachskerzen, Saffranbrezel und Äpfel dar. Bevor der verzierte Weihnachtsbaum während des 19. Jahrhundert zum Ritual avancierte, wurden oft hohe Tannen im Vorgarten aufgestellt, um einerseits ein Zeichen dafür zu setzen, dass die Weihnachtszeit und mit ihr der Frieden endlich gekommen ist und um sich andererseits gegen gefährliche Kräfte zu schützen.

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