NORR AUSZEIT Felsige Freuden

Sommertrip nach Åland - Diashow starten

FELSIGE FREUDEN

 

Roter Stein in blauen Wellen: Ålands Granit ist ein Abenteuerspielplatz für Boulderer. NORR-Redakteurin Karen Hensel radelte mit ihren Freunden quer über die Inseln, um an den finnischen Felsen zu klettern.

 

Foto: Hendrik Morkel

Åland erleben:

Der Gletscher "Eyjafjallajîkull"

"Die Islandpferde trotzen der Kälte und wir fühlen uns ganz klein und verletzlich neben diesen schönen, starken Tieren."

"Ewig könnten wir weiterfahren, in die Weite hinein. Keine Ampeln stören den Flow, kein Fast-Food Restaurant mit lauter Leuchtreklame stört die Silhouette..."

Polarlicht über Reykjavik

Nebel über den Vestmanna Inseln am schwarzen Lavastrand

Vogelfelsen bei Vik, am südlichsten Punkt Islands

Wasserlauf durch die schroffe Landschaft Südislands

"Das Polarlicht und die Dunkelheit, die Musik und die Stille, das tobende Meer, der zarte Frost auf feinstem Lavasand – all das hat uns in seinen Bann gezogen."

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Island im Herbst – Die Ruhe vor dem Sturm

NORR-Leserin Franziska Weiland reiste kurz vor der Geburt ihres Sohnes noch einmal nach Island. Nicht nur die raue, fast unheimlich stille Herbstlandschaft, sondern auch Islands urbane Kulturszene zogen sie in ihren Bann. 

Es ist November, aber fast warm. Die Sonne kämpft sich durch den Vormittagsdunst und wärmt meinen kugelrunden Bauch. Vor uns tobt der eisige Atlantik. Die Wellen schäumen. Es ist fast windstill. Schließt man die Augen, könnten die Ohren nicht unterscheiden, ob wir am tosenden Meer stehen, oder in der einsamen isländischen Gerölllandschaft. Es ist grotesk still. Hier am Strand von Landeyahöfn spüren wir den Kontrast von Ruhe und Kraft der isländischen Natur auf surreale Weise. Weiße Schaumzungen streicheln rhythmisch den pechschwarzen, feinen Sand. Die spritzenden Wellen vernebeln die Sicht und nur undeutlich lässt sich die markante Silhouette der Westmänner-Inseln im Atlantik erahnen. Der Gedanke, dass vor über 1000 Jahren Jahren die Siedler über dieses Jahr unbändige Meer die Insel eroberten, flößt uns großen Respekt ein.

ENTSCHLEUNIGUNG VON 100 AUF 0

Wir genießen auch unsere persönliche „Ruhe vor dem Sturm“. In sechs Wochen soll unser kleiner Sohn zur Welt kommen, die Islandreise hatten wir bereits vergangenes Jahr gebucht, als wir im Sommer dort waren und Island uns in seinen Bann gezogen hat. So kurz vor Geburtstermin ist eine solche Reise besonders spannend. Aber die Isländerinnen kriegen auch irgendwie ihre Kinder, trotz der großen Distanzen und gefühlten Abgeschiedenheit. Ich beschließe, mir keine Gedanken weiter zu machen und es fällt mir hier wirklich nicht schwer. Wir fahren weiter von der Geröllstraße zurück auf die südliche Ringstraße 1 Richtung Westen. Der fehlende sommerliche Touristenansturm an den imposanten Wasserfällen und Vogelfelsen von Dyrhólaey lässt uns die gewaltige Natur wie ein Intimkonzert erleben. Nur die Islandpferde leisten uns Gesellschaft. Sie trotzen der Kälte und wir fühlen uns ganz klein und verletzlich neben diesen schönen, starken Tieren. Um 16 Uhr müssen wir uns dazu durchringen umzukehren, denn es wird rasch dunkel. Ewig könnten wir weiterfahren, in die Weite hinein. Keine Ampeln stören den Flow, kein Fast-Food Restaurant mit lauter Leuchtreklame stört die Silhouette, keine nervigen Souvenirhändler versuchen, unseren Blick auf sich zu lenken. Nicht mal das Autoradio empfängt ein Signal. Meditation pur. Wir sind erst zwei Tage hier, aber schon tiefenentspannt.

KONTRASTPROGRAMM IN DER HAUPTSTADT

Am nächsten Tag geht es von 0 auf 100. Heute tobt nicht mehr das Meer, sondern das Iceland Airwaves Festival. Wir gehen die Gassen Reykjavíks entlang und lassen uns überraschen. Hier im Café spielen zwei engelsgleiche Schwestern tolle Singer-Songwriter-Musik. Dort im Sportgeschäft wird elektronisch improvisiert. Ein Chor von 20 jungen Isländern, allesamt mit Bart und Bierglas ausgestattet – tönt im berühmten Laundromat-Café. Es ist brechend voll. Wir lassen uns treiben. In der „Harpa“, dem von Ólafur Elíasson entworfenen Konzerthaus geben wir uns Olafur Árnalds atmosphärischen Klängen zwischen Klassik und Eletronik hin. Wir entdecken Musik und Island neu. Dann fahren wir mit dem Bus in unsere Unterkunft am Stadtrand und sehen einen Laserstrahl den Himmel erleuchten. Gibt es hier eine Disko? Wieso ist der eigentlich grün?  Der Laserstrahl bewegt sich schlängelnd, wird mal heller, mal schwächer. Das muss ein Polarlicht sein! Mitten über der Stadt! Wir können den Rest der Nacht die Augen nicht mehr vom Himmel wenden. Das Polarlicht und die Dunkelheit, die Musik und die Stille, das tobende Meer, der zarte Frost auf feinstem Lavasand – all das hat uns in seinen Bann gezogen. Wir müssen wiederkommen. Aber das nächste Mal kommen wir zu dritt.

NORR-LESER

Franziska Weiland kommt ursprünglich aus Jena und lebt mit ihrem Mann und Sohn in Kopenhagen. Alle drei fahren gerne regelmäßig „ins Blaue“ zwischen dänischer Südsee und Polarkreis. Das nordische Licht und der frische Wind ist auch Thema ihres Online-Shops, der sich skandinavischem Einrichtungsdesign aus Holz widmet. www.holzdesignpur.de

Franziska

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Du hast bei deinem letzten Skandinavien-Urlaub tolle Fotos gemacht und kannst gut schreiben? Wir drucken in jeder Ausgabe eine Leserreportage ab. Du bekommst 100 Euro Honorar, wenn es deine Story ins Heft schafft. Schicke dein Material (maximale Textlänge: 3 000 Zeichen, Bilder müssen eine Mindestauflösung von 300 dpi haben) und ein aussagekräftiges Porträtbild sowie deine Kontaktdaten an:

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