NORR AUSZEIT Felsige Freuden

Sommertrip nach Åland - Diashow starten

FELSIGE FREUDEN

 

Roter Stein in blauen Wellen: Ålands Granit ist ein Abenteuerspielplatz für Boulderer. NORR-Redakteurin Karen Hensel radelte mit ihren Freunden quer über die Inseln, um an den finnischen Felsen zu klettern.

 

Foto: Hendrik Morkel

Åland erleben:

Blick vom Nordgipfel auf den (noch) höheren Südgipfel (Foto: Gunhild Rosqvist)

Während der vergangenen 15 Jahre ist das Eis auf der Südspitze durchschnittlich einen Meter pro Jahr zurückgegangen.

Die Ostroute auf den Kebnekaise fordert den Teilnehmern einiges ab. Teilweise geht es fast senkrecht nach oben - und nach unten.

Das Dorf Nikkaluokta ist der bekannteste Ausgangspunkt für Bergtouren auf den Kebnekaise. Für die 19 Kilometer sollte man vier bis fünf Stunden einplanen.

Durch den Klimawandel wird es bis zum Ende des Jahrhunderts um 2 bis 9 Grad wärmer sein. Das Klima in Nordschweden wird sich dem in Südschweden anpassen.

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Klimawandel in Schweden: Der Kebnekaise schrumpft

Text: Johan Persson. Foto: Magnus Bergström

Vorausgesagt wurde der Sommer 2016 als Zeitpunkt, an dem die Südspitze des Kebnekaise endgültig niedriger als die Nordspitze werden sollte. Dazu kam es zwar nicht, doch ist die Ablösung nur eine Frage der Zeit. Der Journalist Johan Persson begab sich Ende 2015 zum südlichen Gipfel und berichtete mit eindrucksvollen Schilderungen und nach wie vor aktuellen Entwicklungen.

Die Temperatur fällt auf minus zehn Grad. Ich befinde mich in direkter Nachbarschaft eines schneebedeckten Berghangs, 1880 Meter über dem Meer. An einigen Stellen geht es über 100 Meter fast senkrecht nach unten. Eine Kombination aus Müdigkeit und Angst bringt meine Beine zum Zittern. In Europa gibt es mehrere tausend Gipfel, die höher als die Südspitze des Kebnekaise sind. Allein in Norwegen reichen 150 Berge weit über Schwedens höchsten Punkt hinaus. Daher dachte ich, der Aufstieg würde sich wesentlich leichter gestalten. Mein Unbehagen wird nicht gerade weniger, als mein Mitstreiter Anders From, der etwas weiter hinter mir in der Seilschaft unterwegs ist, ruft, er hätte eines seiner Steigeisen verloren. Die Hälfte des Abschnitts liegt noch vor uns, 50 weitere Meter geht es vertikal nach oben, bevor wir uns endlich in Sicherheit wiegen können. »Klettert weiter«, ruft unsere Bergführerin Viktoria Lundqvist. »Ich kümmere mich um Anders.« Wir tun, was sie sagt. Vorsichtig klettere ich an der steilen Wand aufwärts, dankbar, dass nicht ich das Steigeisen verloren habe. Meine Angst nimmt schon so genug Raum ein. Ich denke darüber nach, wie der Seilhaken wohl auf meine 80 Kilo Körpergewicht reagieren würde, sollte ich den Halt verlieren. Ich muss unwillkürlich an die Reihe von Unfällen denken, die sich in den letzten Jahren auf der Ostroute des Kebnekaise ereignet haben – dort, wo ich mich zurzeit befinde. 2010 stürzte hier ein junger Mann ab, und einige Jahre zuvor fiel ein Bergführer an der Felswand in die Tiefe. Beide starben. Zwanzig Minuten später bin ich in Sicherheit. Nach einiger Zeit tauchen auch Anders und der Kopf der Bergführerin über der Felskante auf. Anders sieht etwas erschüttert aus, als er und Viktoria sich in der alten Nothütte niederlassen. Es ist eiskalt und fast totenstill. Nur die Kaugeräusche der mitgebrachten Frühstücksbrötchen, von denen wir uns neue Energie erhoffen, durchbrechen die Mauer des Schweigens. Viktoria Lundqvist, die für die Schwedische Touristenvereinigung STF arbeitet, wagt es schließlich, die Stille zu durchbrechen: »Wir müssen uns demnächst wieder in Bewegung setzen. Bis zum Gipfel sind es noch 40 Minuten.« Unser Ziel ist ein weißes, dreieckiges Gebilde aus Eis und Schnee, die Südspitze des Kebnekaise,…

KLIMAVERÄNDERUNGEN IN SCHWEDEN

Temperatur

Die Durchschnittstemperatur in Schweden betrug im vergan­genen Jahr 6,91 Grad. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Messungen in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Das letzte Jahr war Teil eines größeren Trends. Zwischen 1985 und 2014 betrug die Durchschnittstemperatur 5,1 Grad, in den 30 Jahren zuvor 4,6 Grad und während der ersten 30 Jahre des letzten Jahrhunderts 4,46 Grad.

Niederschlag

Während des 20. Jahrhun­derts betrug der Niederschlags­ mittelwert fast konstant 600 Milliliter pro Jahr. Heute liegt dieser Wert bei 700 Millilitern. Das heißt auch, dass es in den letzten zehn Jahren mehr extreme Niederschläge gab als je zuvor. Man geht davon aus, dass diese bei einer Temperaturerhö­hung von einem Grad jeweils um sieben Prozent steigen (laut dem dänischen Institut für Meteorologie) – was zur Folge hat, dass unnatür­lich hohe Wasserstände häufiger werden. Allein in Schonen befinden sich nach aktuellen Berechnungen 3000 Häuser in von Überschwem­mung, Hochwasser oder Erosion bedrohten Gebieten. Laut SMHI ist der Wasserspiegel der Ostsee seit 1886 um 20 Zentimeter gestiegen. Und die Hälfte dieser Steigerung fand seit 1980 statt.

smhi.se

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