NORR AUSZEIT Eisiger Höhepunkt

DIASHOW STARTEN

Hoch hinaus
auf den Halti

 

 

Die Landschaft ist menschenleer.

 

 

Im nordfinnischen Wildnisgebiet Käsivarsi liegt der Halti, der höchste Punkt des Landes.
Christian Kneise hat ihn bestiegen.

 

 

Ein Abenteuer zwischen atemberaubenden Nordlichtern und sehr, sehr frischen Toiletten…

Einsamkeit erleben:

Nachrichten

Foto: Carl-Johan Utsi

Das Leben eines Rentier-Hirten

Das Leben eines Rentier-Hirten

27 Dezember 2015

Eigentlich wollte er der erste samische Astronaut werden. Oder Vattenfall besitzen, um den Samen ihr vom Staat enteignetes Land zurückgeben zu können. Stattdessen pendelt Carl-Johan Utsi aus Schwedisch-Lappland heute zwischen Rentierherden und Fotografie. »

„Die Rentier-Hüten ist harte Arbeit. Heutzutage haben wir zwar Schneemobile, Helikopter und andere Fahrzeuge, aber sind immer noch abhängig von Wind und Wetter und den Unebenheiten des Geländes“, erklärt der Schwede aus Norrbotten, dessen Familie seit jeher in den Bergen angesiedelt ist und mit Rentieren arbeitet.

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Die Abende, an denen Carl-Johans Vater mit anderen Hirten zusammensaß und Einblicke in seinen beschwerlichen Berufsalltag gab, behielt er im Hinterkopf, als er sich für ein Ingenieur- und Physik-Studium entschied und bald zu Weltraumphysik wechselte. Trotz seiner Ausbildung und eines Angebots der NASA, ließ ihn der Norden nicht los. Er schloss sich dem Sami Parlament in Kiruna, „Sametinget“, an – doch blieb rastlos. Ein Jahr später half er seiner Familie mit den Rentieren und hielt sich fast ununterbrochen in den Bergen Schwedisch-Lapplands auf. Heute verbringt Carl-Johan Utsi seine Zeit mit der Fotografie, dem Filmen und Grafikdesign – wenn er nicht gerade Rentierherden zusammentreibt. Wie, wann und wo dies geschieht, hat Carl-Johan Utsi für Jonas Hållén vom Blog „Outdoor Academy of Sweden“ zusammengefasst.

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Im Frühling wird es hektisch. Es gibt viel zu tun und das Tageslicht wird nie müde. Dann treiben sie die Tiere zu Fuß in Richtung des optimalen Sommer-Quartiers in den Bergen, nahe der norwegischen Grenze, bis zu 300 Kilometer entfernt.

Auf der Suche nach frischem, grünem Gras zieht es die Rentiere samt Hirten noch weiter westlich. Hier müssen die Rentierkühe viel fressen, um ihren Kälbern genügend Milch geben zu können. Rund 1.500 Rener werden dann von der Herde getrennt und zum Camp in Skuolla getrieben, wo die Kälber markiert werden und die Hirten etwa eine Woche in leichten samischen Zelten, den „lávvus“, unterkommen, die dort in verschiedenen Größen und Varianten zur Verfügung stehen.

Schließlich bricht der Spätsommer an, die Zeit der Ernte. Möglichst viele Rener auf einmal werden zusammengetrieben und in Gruppen von mehr als 10.000 Tieren über die Bergpässe geführt. Jetzt heißt es vergessene Kälber zu markieren und die Bullen zu schlachten, die in Anbetracht der anstehenden Paarungszeit zu groß und schwer geworden sind. Im November werden die Rentiere, die immer noch auf den Sommerweiden verweilen, mithilfe von Hunden, Schneemobilen und Helikoptern wieder zusammengetrieben. Ob und wie lange Carl-Johan Utsi das traditionsreichste Kulturgut der Sami weiterführen kann, ist unklar. Gefährliches Eis, verheerende Stürme und sich verschlechternde Weideflächen stellen sowohl für die Tiere, als auch ihre Hirten Herausforderungen dar.

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Bilder: Carl-Johan Utsi

Mehr Details und Infos zum Rentierhüten gibt es hier. Und im NORR-Artikel „Aus dem Leben wilder Rentiere„.

Mehr von und zu Carl-Johan Utsi findet ihr auf seiner Homepage.

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