NORR AUSZEIT Felsige Freuden

Sommertrip nach Åland - Diashow starten

FELSIGE FREUDEN

 

Roter Stein in blauen Wellen: Ålands Granit ist ein Abenteuerspielplatz für Boulderer. NORR-Redakteurin Karen Hensel radelte mit ihren Freunden quer über die Inseln, um an den finnischen Felsen zu klettern.

 

Foto: Hendrik Morkel

Åland erleben:

Mit fast 15 000 Kilometern Küstenlinie und gut 14 000 Inseln sind die Paddel-Möglichkeiten im finnischen Saimaa-Seengebiet unerschöpflich.

Mit dem Kajak durch Saimaa: Die Seen im Herzen Finnlands

Text & Foto: Lars Schneider

Geschätzte 190 000 Seen gibt es in Finnland. Große und kleine, lange und kurze, runde und eher gestreckte. Einige davon bilden das Saimaa-Seengebiet – ein kleiner Ausschnitt nur aus den schier unendlichen Paddelmöglichkeiten Skandinaviens, aber dennoch mehr als genug für einen schönen Urlaub.

Seit einer halben Stunde gleiten unsere Boote über einen von ihnen, den Haukuvesi. »Wie viele Inseln es da gibt, möchte ich gar nicht erst wissen!«, ruft Katrin zu mir herüber. Vor uns liegen ein gutes Dutzend, und das allein auf diesem einen See. Vor dem Bug geht eine Insel leicht in die nächste über, da glaubt man plötzlich, eine Landzunge vor sich zu haben, obwohl sich doch nur Eiland an Eiland reiht. Vom kleinen Ort Oravi, 30 Kilometer nördlich von Savonlinna, sind Katrin und ich zu einer achttägigen Kajaktour gestartet. Wir werden kurz durch den Linnansaari-Nationalpark paddeln, später durch den Heinävesi-Nationalpark und weiter durch viel, viel Natur ohne ausgewiesenen Schutzcharakter, oft ohne einen Unterschied zu spüren. Ziel: das Kloster Valamo, 100 Kilometer entfernt im Norden. Jukka, der Chef des Kanuverleihs und der Jugendherberge von Oravi wird uns in acht Tagen dort abholen. »Paddeln viele Leute diese Strecke?« hatte ihn Katrin gestern gefragt. »Nee. Keiner eigentlich.« Punkt. Fertig. Gesprächig ist Jukka nicht. Aber welcher Finne ist das schon? Karte und Kompass immer im Blick, tasten wir uns langsam voran. In den ersten Tagen sehen fast alle Inseln gleich aus: ihr Haupt gekrönt von Kiefern und Fichten, mal ein paar Birken oder Pappeln. Selten größere Erhebungen oder markante Felsen. Das Wasser hat beste Qualität, ganz unabhängig von seinem jeweiligen Farbton, und ist bedenkenlos trinkbar. Auch viele Fische fühlen sich da wohl. Und weil sich das seit Jahren nicht geändert hat, sind die Seen der Saimaa-Region auch heute noch Heimat einer ganz besonderen Spezies: der Saimaa-Ringelrobbe, einer von nur zwei Süßwasser- Robbenarten weltweit. 270 Exemplare soll es noch geben, eine Population, die zwar noch weit entfernt davon ist, stabil zu sein, die sich aber in den letzten Jahren stetig vergrößert hat. Als Paddler stehen die Chancen angeblich nicht schlecht, eines der seltenen Tiere zu Gesicht zu bekommen, haben wir gehört. So hoffen wir Tag für Tag und legen oft lange Phasen ein, in denen wir still an Uferzonen entlang paddeln, die wir als robbenfreundlich einstufen. Irgendwo wird sich vielleicht ein Tier sonnen und gar nicht mitbekommen, dass wir herankommen. Adler-Kino frei Haus Die erste…

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Lars und Katrin Schneider

Der deutsche Fotograf und Journalist Lars Schneider und seine Frau Katrin sind zwei weitere geschätzte Mitglieder des NORR-Teams. In Ausgabe 2/2009 paddelten sie im »Land der tausend Seen«. Auch die Lofoten und Jotunheimen haben sie für uns bereist – und zuletzt Rømø, wo Lars NORR-Redakteur Philipp Olsmeyer begleitet hat.

Ihr seid so etwas wie Stammgäste in Skandinavien. Was ist es, was euch am Norden so anzieht?

Skandinavien bedeutet für uns vor allem Freiheit, grandiose unberührte Natur, Einsamkeit und echte Wildnis. Und das brauchen wir einfach von Zeit zu Zeit.

Merkt man NORR an, dass die Zeitschrift in Skandinavien gemacht wird? Wenn ja, woran?

Vor allem das klare und stilvolle Design hebt NORR von anderen Heften ab. Für uns spiegelt es klar die Ästhetik Skandinaviens wieder.


SAIMAA–SEENGEBIET

Das Saimaa-Seengebiet ist ein System miteinanderverbundener Seen, das rund 4 370 Quadratkilometer Fläche bedeckt. Als Gesamtheit betrachtet ist der Saimaa sogar der viertgrößte See Europas. Seine Küstenlänge misst 14 850 km. 13 710 Inseln mit einer Gesamtfläche von 1 850 km² haben darin Platz. Das Gebiet ist eines der bekanntesten Paddelreviere Finnlands und ein echtes Natur-Highlight.

Route

Die beschriebene Tour führt von Oravi im Süden nahe der Stadt Savonlinna über eine Kette von einsamen Seen und durch die Nationalparks Linnansaari und Kolovesi bis zum orthodoxen Kloster Valamo im Norden (110 Kilometer).

Anreise

Anreise mit der Fähre über Travemünde mit Finnlines. Wer kein eigenes Boot dabei hat, kann auch bequem mit dem Flugzeug nach Helsinki fliegen und von dort weiter mit Bus oder Zug nach Savonlinna fahren.

Verpflegung

Das Wasser aller Seen ist bedenkenlos trinkbar. Es ist sinnvoll, den Großteil der Verpflegung in den Booten mitzuführen, weil es unterwegs nur sehr wenige Möglichkeiten gibt, Lebensmittel nachzukaufen. Die Seen sind ein Paradies für (geübte) Angler. Eine Angelkarte bekommt man in Oravi.

Unterkunft

Zelten ist, wie in Skandinavien üblich, fast überall möglich – allerdings nicht in Sichtweite von Wohnhäusern und nur unter Berücksichtigung der Naturschutzregeln. Teilweise gibt es offizielle Kanurastplätze, die auch mit Toilettenhäuschen, Feuerstellen und Brennholz ausgestattet sind, an manchen Orten auch offizielle Campingplätze.

Bootsverleih

In Oravi gibt es eine Jugendherberge mit Bootsverleih. Ein Outdoor-Veranstalter bietet auch geführte Touren, Robbensafaris und Angelkurse Außerdem wird von der Jugendherberge ein Abholservice in Savonlinna angeboten.

Literatur & Karten

Kanu Kompass Südfinnland,
Kettler-Verlag.
Südfinnische Seenplatte,
Pollner-Verlag.
Karte: Vesiretkeily kartasto, Keskinen Saimaa, 1:50 000, vor Ort erhältlich.

Weitere Infos

visitfinland.de
finnlines.com
saimaaholiday.net
saimaa.fi

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