NORR AUSZEIT Mission Moschus

FOTOABENTEUER IM DOVREFJÄLL | DIASHOW STARTEN

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MISSION MOSCHUS

 

Zehn Fotografen, ein Ziel:

 

Im norwegischen Dovrefjell
Europas letzte Moschusochsen
zu finden und zu fotografieren.

 

Unser NORR-Reisefotograf
Günter Valda war mit dabei.

Günters Reportage lesen:

Mission Moschus:
Expedition ins Dovrefjell

Natur nachhaltig erleben:
:

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Natur pur: 10 grüne Reiseziele

Natur pur: 10 grüne Reiseziele

Einige bekommen regelmäßig Besuch von Journalisten aus aller Welt. Andere sind noch so gut wie unbekannt. Doch alle Unternehmen haben eins gemeinsam: sie laden zu einzigartigen Begegnungen mit der schwedischen Natur ein – und das im Einklang mit der Umwelt. NORR hat die zehn besten ökologischen Reiseziele Schwedens ausgewählt.

#01 Die Urkraft des Waldes

ÖDESHÖG. Bereits auf dem Schotterweg in den Wald beginnt man zu verstehen, wie viel Arbeit und Herz in dem Unternehmen Urnatur steckt. Der Weg hinauf zum Hof ist von einem eineinhalb Kilometer langen Zaun gesäumt, der aus fast 7000 Fichtenstämmen und Pfählen besteht und von rund 3000 Weidenruten zusammengehalten wird. Den Großteil davon hat Håkan Strotz selber gebaut – in ungefähr 1500 Arbeitsstunden. »Egal, ob es sich um Gebäude oder Speisen handelt – wir versuchen so viel wie möglich selber aus den Bäumen, Pflanzen und Tieren zu machen, die wir hier auf dem Hof haben«, erklärt er. Und das Ergebnis im Wald bei Ödeshög sieht aus als würde es aus einer Geschichte von John Bauer oder J.R.R. Tolkien stammen. Wir sind nur ungefähr 500 Meter von dem kleinen Dorf Sjögetorp entfernt, einer typisch schwedischen Siedlung mit Häusern aus weißen Ziegeln mit Grillplätzen und Hängematten im Garten. Doch nun scheinen wir mitten in einem Märchenwald zu stehen – weit entfernt von der modernen Zivilisation und ihren Bewohnern.

Entlang eines kleinen Pfades, der zwischen Nadelbäumen hindurch führt, haben Håkan Strotz und seine Frau Ulrika Krynitz neun Blockhütten für Gäste hergerichtet. Etwas weiter weg liegt die Einsiedelei versteckt: eine russisch inspirierte Pilgerhütte mit Hakenleisten, die von den Amish People stammen; die Hattstugan (dt. Huthütte), die eine Mischung aus japanischen Einflüssen und schwedischem Kunsthandwerk ist; die Kolarkojan, die einer Köhlerhütte nachempfunden ist, zwei samische Winterkoten mit Torfdach, eine Badehütte, eine größere Hüte mit einem Aufenthaltsraum und zu guter Letzt das Luftslottet und das kleine Trähuset – zwei wunderschöne Baumhäuser, die einen an das Reich Lothlórien in »Herr der Ringe« denken lassen. Zum Essen gibt es Flussbarsch oder Krebse, die aus dem nahen See Visjön stammen, Lammfleisch von den Lämmern des Hofes oder Bärlauchsuppe. »Einfacher Luxus« – so könnte man das Konzept von Urnatur beschreiben. Oder wie Håkan Strotz und Ulrika Krynitz zu sagen pflegen: »Wir wollen unseren Gästen einen angenehmen Aufenthalt in der Natur ermöglichen«. Doch als Besucher bekommt man so viel mehr als das. Hinter Urnatur stehen zwei Menschen, die eng mit der Natur verbunden sind: Håkan Strotz ist schon als kleiner Junge durch den Wald gezogen und hat Baumhäuser gebaut. Später arbeitete er als Jagdleiter in Kanada, in einem Fischercamp im Norden Russlands, machte eine Ausbildung zum Jägermeister, betrieb eine Naturschule in Omberg und organisierte Handwerkscamps in Sjögetorp. Ulrika Krynitz nahm mit 15 an einem Kurs über wilde Pflanzen in ihrer deutschen Heimat teil und ihr Lebenslauf ist ebenso originell wie der ihres Mannes. Sie studierte Biologie, arbeitete auf einer Farm in Neuseeland, auf Sennhütten in Schweden und auf Ökobauernhöfen in ganz Europa. 2007 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Urnatur. Die meisten ihrer Kunden sind Firmen, die eine etwas andere Umgebung für ihre Konferenzen und Meetings suchen. Außerdem bietet das Unternehmen auch besondere Wochenendpakete für Privatpersonen an. Für Gruppen ab fünf Personen kann man auch unter der Woche Privataufenthalte buchen.

Im letzten Jahr haben 300 Besucher in der Einsiedelei im Wald übernachtet – zur Hälfte Schweden und der Rest aus Holland, Dänemark und Norwegen, England, den USA und Japan. Doch genau wie viele andere ökologische Tourismusunternehmen kämpft Urnatur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Vor einiger Zeit war Håkan Strotz auf einer Konferenz und berichtete von seinem Projekt. Später kam ein Trendforscher zu ihm und sagte: »Ihr macht genau das, worüber wir reden.« Ein gutes Zeichen für Urnatur. Eine schöne Bestätigung war auch die Tatsache, dass im letzten Jahr sowohl Volvo als auch das nordamerikanische Modeunternehmen Anthropologie bei Urnatur waren, um in der Umgebung Werbefilme zu drehen. » Es scheint so, als ob es aufwärts geht!« sagt Håkan Strotz und lächelt.
urnatur.se 

 

#02 Beim König des Waldes

SKINNSKATTEBERG. Es begann mit einer Elchsafari vor zehn Jahren. Im Tourismusbüro von Västerås hörte Marcus Eldh, wie ein deutsches Paar, das gern Elche sehen wollte, ins Freilichtmuseum Skansen geschickt wurde. Das war der Auslöser. Marcus richtete eine Website ein, auf der er Elchsafaris anbot, mietete einen Minibus und fand heraus, wo Elche sich aufhalten. Schon am nächsten Tag kam die erste Buchung, von einem russischen Touristen. Inzwischen veranstaltet Marcus Eldhs Unternehmen geführte Wolfswanderungen, Biber- und Elchsafaris in der Region Bergslagen. Ausgangspunkt ist die Eco-Lodge Kolarbyn bei Skinnskatteberg. Für Elchsafaris garantiert die Agentur Wild Sweden, die sich auf schwedisch Skogens Konung (König des Waldes) nennt, dass die Teilnehmer wirklich Elche zu sehen bekommen. Die Wolfswanderungen finden in kleinen Gruppen mitten im Wolfsrevier statt. Die Gruppe wird an ausgesuchte Orte geführt, wo die Chance, Wölfe heulen zu hören, am größten ist. Dann heißt es spähen und lauschen. Internationale Zeitschriften und Fernsehsender wurden auf Kolarbyn aufmerksam, und 2009 erhielt Wild Sweden den schwedischen Ökotourismus-Preis. Bis heute verzeichnet man Besucher aus 72 Ländern. Die Mehrheit kommt immer noch aus Schweden, aber der Anteil ausländischer Gäste wächst stetig. Im Jahr 2010 waren alle geführten Touren in Kolarbyn so gut wie ausgebucht. Warum? Das versteht jeder, der schon einmal in einem einsamen, dunklen Zauberwald das Heulen der Wölfe gehört hat.
skogenskonung.se 

 

#03 Lokale Expeditionen

UDDEVALLA. Kajakpaddeln, Klettern, Fahrrad- und Mountainbikefahren sind einige der Aktivitäten, die auf dem Plan stehen, wenn man bei Upplevelsebolaget das Ausflugsprogramm an der Küste von Bohuslän bucht. Die Gründer, Joakim Hermansson und Ulrika Larsson, haben langjährige Erfahrung in den Sportarten, die sie anbieten. Beide haben an großen Abenteuer-Expeditionen in verschiedenen Weltgegenden teilgenommen, bevor sie 1994 ihr Unternehmen ins Leben riefen. Upplevelsebolaget wurde 2006 als Ökotourismus-Veranstalter des Jahres ausgezeichnet. Bei den Betreibern verbindet sich die Lust, spannende und coole Aktivitäten in schöner Umgebung zu arrangieren, mit einem großen Interesse an der Natur und dem Wunsch, das Ambiente zu bewahren, in dem man arbeitet.
upplevelsebolaget.com 

 

#04 Traumhaft Angeln

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GOTLAND. Auf Gotland findet man einige der besten Lachsforellengründe Schwedens. Die Saison dauert von Oktober bis Mai, mit zwei deutlichen Höhepunkten: Ende Oktober bis Anfang oder Mitte Dezember (je nach Wetter) und Mitte März bis Mitte Mai. Man angelt, im seichten Wasser watend, mit Spinnrute, Haspel oder Fliege. Fishyourdream bittet beim Fang von Lachsforellen und Hechten um „catch and release« (fangen und freilassen), um den Bestand für künftige Angler-Generationen zu sichern. Außerdem beteiligt sich das Unternehmen an mehreren Projekten zum Schutz von Fischarten auf Gotland. Parallel dazu legt man Wert darauf, den Gästen ein schönes Reiseerlebnis zu bieten, auch wenn sie keine Angelrute in der Hand halten – mit Unterkunft, Verpflegung und Service in erstklassiger Qualität.
fishyourdream.com 

 

#05 Für Baumliebhaber

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HARADS. Hier entstand am Anfang ein ungewöhnlicher Dokumentarfilm. Der schwedische Künstler Jonas Selberg Augustsén hielt sich zwei Sommer lang in Harass in der Provinz Norrbotten auf, um den Film »Der Baumliebhaber« zu drehen. Er handelt davon, wie der Autor sich auf einer Kiefer am Fluss Lule ein hölzernes Baumhaus baut. Während der Drehzeit wohnten Jonas und seine Freunde meistens in Brittas Pensionat, wo sie duschen und essen konnten. Die Pension, die von Britta Jonsson-Lindvall und Kent Lindvall betrieben wird, liegt ebenfalls in Harads. Als die Baumhütte fertig war, kehrte Jonas nach Stockholm zurück, aber in Brittas Kopf hatte sich die Idee festgesetzt, noch mehr Hütten auf Bäumen zu bauen und sie an Gäste zu vermieten. Das vorläufige Resultat sind sechs von Architekten entworfene, völlig verschieden gestaltete Baumzimmer. Das jüngste heißt »UFO« und wurde im April dieses Jahres fertig. Als das Treehotel im vorigen Sommer eröffnet wurde, stand bei den Betreibern das Telefon nicht mehr still. BBC, CNN und andere große ausländische Medien waren zur Eröffnung anwesend. Im Oktober wurde das Baumhotel auf der alljährlichen Großen Touristengala in Stockholm als »Newcomer des Jahres« ausgezeichnet. Es scheint, als wollte das Treehotel mit dem Eishotel Jukkasjärvi um den Titel der originellsten schwedischen Herberge konkurrieren. In Wirklichkeit arbeiten die beiden zusammen. Dahinter steht der Gedanke, dass Touristen, die im Riesen-Iglu auf Rentierfellen übernachten, auch nach Harads kommen, um auf Bäumen zu schlafen. Wenn wir von NORR uns zwischen der Übernachtung im Eis oder auf Bäumen entscheiden müssten, dann würden wir allerdings das kleinteilige Treehotel vorziehen.
treehotel.se 

 

#06 Begegnungen mit Bären

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HÄLSINGLAND. Tief im Wald von Hälsinge liegt die Wildmarkslodge von Håkan und Eva Vargas Sundberg. Ehemals Veranstalter kleiner und bescheidener Naturerlebnisse, bieten sie nun erstmals in Schweden die Beobachtung von Bären an. Aus ihrem Versteck bei den Vargas können die Gäste zwischen April und Oktober große, majestätische Bären beinahe lautlos vorbeitrotten sehen, in einer Entfernung von wenigen Metern. Das Versteck selbst ist bedeutend komfortabler als die engen Kojen mit Kübelklosett, in denen die meisten Vogelbeobachter schon einmal übernachtet haben. In der Wildmarkslodge wird den Gästen eine Luke für die Kamera geboten, ein kleines Fenster und ein bequemer Stuhl. Jeder bekommt außerdem eine eigene Ecke mit einem schönen Bett samt Schlafsack. In Kombination mit der Bärenschau arrangieren die Vargas auch Tagungen mit einfacher, aber gemütlicher Unterbringung, ohne Strom und fließendes Wasser.
nordicnature.se 

 

#07 Gleich vor der Haustür

STOCKHOLM. Zwanzig Jahre lang brachte Tomas Bergenfeld, Eigentümer des Reiseunternehmens Äventyrsresor (Abenteuerreisen), Touristen zum Himalaya und in die Antarktis. Dabei bekam er immer mehr Lust, den Leuten die Wälder vor seinem eigenen Fenster in Björkhagen, einem südlichen Stadtteil von Stockholm, zu zeigen. Vor drei Jahren gründete er die Agentur Stockholm Adventures, deren wichtigstes Verkaufsargument lautet, dass man mit der U-Bahn vom Stockholmer Hauptbahnhof nur gut zehn Minuten braucht, um in einer großartigen Natur anzukommen. Die meisten Gäste sind Ausländer, aber Stockholm Adventures hat auch viele schwedische Kunden, die Paddel- oder Segeltouren im Schärengebiet, Wanderungen auf dem Sörmlandsleden, im Reservat von Tyresta oder in den Wäldern von Tived buchen. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als 50 Prozent der Stockholmer sich gern dabei helfen lassen, ihre einheimische Natur zu entdecken. Dass sie fantastisch ist, kann die NORR-Redaktion bestätigen.
stockholmadventures.se 

 

#08 Lapplands schönste Unterkunft

SALTOLUOKTA. Eine der ältesten und attraktivsten Fjällstationen Schwedens liegt nahe beim UNESCO-Welterbe Laponia und den ausgedehnten Nationalparks Store Sjöfallet und Sarek. Saltoluokta wurde 1912 erbaut, als der touristische Andrang zum Stora Sjöfallet größere Übernachtungskapazitäten erforderte. Der hölzerne Originalbau, »Gamla Station« genannt, ist bis heute in Betrieb. Im dekorativen Speisesaal werden Waffeln zum Lunch serviert und zum Abendessen ein Drei-Gänge-Menü aus regionalen Grundprodukten. Viele Wanderer und Skiläufer starten von hier aus zu ihrer Sarek-Tour, aber viele bleiben auch in der Station und unternehmen Tagesausflüge zum Stora Sjöfallet, nach Björkudden, Petsjaure oder zu einer verfallenen Lappenhütte. Saltoluokta ist das schönste Basislager im schwedischen Fjällgebiet.
stfturist.se 

 

#09 Mit den Sami wandern

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JUKKASJÄRVI. Der diesjährige Gewinner des schwedischen Ökotourismus-Preises hat sich durch sein Engagement für die Rentiere, die samische Kultur und die Arbeit samischer Naturführer weltweit einen Namen gemacht. Für Nils Torbjörn Nutti, der gemeinsam mit Carina Dingi seit 1997 die samische Erlebnis-Agentur Nutti Sámi Siida in Jukkasjärvi bei Kiruna betreibt, sind Nachhaltigkeit und Verantwortung im Tourismus sehr wichtig. Das Unternehmen arbeitet mit dem Eishotel zusammen, und die Erlebnisse bei den Sami gehören zu den beliebtesten und meistgeschilderten Aktivitäten, die für Hotelgäste im Angebot sind. Man bekommt dabei einen echten, gründlichen Einblick in die samische Kultur und ihre Traditionen. Die samischen Führer zeigen und erklären ihre Volkstracht, sie erzählen vom Alltag der Rentierzucht, vom Nomadenleben, von dem Versuch, Überliefertes zu bewahren und nutzbringend anzuwenden. Das Unternehmen bietet außerdem zahlreiche sportliche Aktivitäten an, zum Beispiel geführte Wanderungen. Im Winter gibt es Arrangements, bei denen die Gäste auf Skiern eine Woche in der Wildnis unterwegs sein können, begleitet von Rentiergespannen mit Schlitten.
nutti.se 

 

#10 Vögel in Nahaufnahme

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VÄSTMANLAND. Daniel Green fing schon als Zehnjähriger an, Vögel zu beobachten, und seit seiner Teenagerzeit arbeitet er als Vogelwart und als Guide. Vor zehn Jahren gründete er Birdsafarisweden, ein Netzwerk von Naturguides mit Basis im Svartådalen. Inzwischen ist es das größte Unternehmen für Vogeltourismus in Schweden. 80 Prozent der Kunden kommen aus dem Ausland, aber auch schwedische Großstadtbewohner sind immer öfter dabei. Die Guides nehmen die Besucher mit auf Kanutouren, auf Wanderungen am Fluss Svartån entlang und auf Vogelsafaris in der Landschaft um den Fläcksee. Seit dem Firmenstart waren Tausende von Besuchern, vor allem aus Großbritannien, aber auch aus den USA, Japan, Frankreich, Holland, Italien und anderen Ländern in den Wäldern des Västmanlandes, um Eulen, Adler, Spechte und andere Waldvögel zu beobachten. Mit einem Bonus: Manchmal bekommt man, wenn man dort auf der Lauer liegt, echtes västmanländisches Wolfsgeheul gratis dazu. Vielleicht werden die Wölfe ja auch bald Teil des Programms von Birdsafarisweden.
birdsafarisweden.com 

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