NORR AUSZEIT Meereswanderer

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Wanderer
des Meeres

 

3 Freunde.
3 Bretter.
3 Wochen.

 

Die Fotografen von Planet Visible entdecken
die arktische Inselwelt nördlich von Tromsø
auf dem SUP-Board.

 

Ein Abenteuer in faszinierender Natur,
bei dem sie das Einfache schätzen lernen
und mit großen Momenten belohnt werden.

Reportage lesen:

»Wanderer des Meeres«

Visuelle Stories:

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Neuland: Auf Wanderreise in Island

Text: Andrea Karrasch Foto: Contrastravel

Auf einer Wanderreise nach Island betrat Andrea Karrasch buchstäblich Neuland. Die Insel überrascht sie seit vielen Jahren immer wieder mit neuen Eindrücken.

Schwarz, so weit das Auge reicht – und es reicht weit in der klaren, fast polaren Luft. Der weiße Sprinter schwimmt auf dem schwarzen Sand, bahnt sich beharrlich seinen Weg über den Dyngjusandur. Wir lesen zwei Wanderer auf, die sich in an Verwegenheit grenzendem Optimismus auf Schusters Rappen von der Dreki-Hütte am Fuß des Askja-Vulkans auf den Weg gemacht haben. Das Ziel liegt noch hinter der sanften Wölbung der Erde verborgen. Von dort steigt weißer Dampf auf, wird zu einem bleichen Himmel, der voller Schneewolken hängt.

Die Straße endet an der Nýja Holuhraun, einem Lavafeld, das durch den Ausbruch des Vulkans Bárðarbunga im August 2014 entstanden ist. Am Beginn des von Geologen abgesteckten Pfades über das noch junge und warme Gestein betreten wir fast ehrfürchtig die brüchige und zerklüftete Oberfläche. Wir betreten Neuland – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Flimmern in der kalten Luft verrät uns, wo sich die Risse im Gestein befinden, aus denen die Hitze aus dem Erdinneren steigt. Die Spalten sind schmal, unsere kalten Finger passen gerade so hinein. An manchen Stellen sind sie so heiß, dass wärmebedürftig hineingesteckte Hände hastig wieder herausgezogen und zum Abkühlen in der Luft geschüttelt werden – wie Weißbrotscheiben, die zu lange im Toaster waren.

Hinter beschlagenen Scheiben fahren wir schließlich zurück Richtung Askja. Bevor »unser« neues Land endgültig hinter dem Vorhang aus Nieselregen verschwindet, drehe ich mich noch einmal um.

Kleine und große Erinnerungen

Als unser Reiseleiter Sven von contrastravel später nach unserem persönlichen Highlight der Reise fragt, kommt mir dieser Moment auf dem Lavafeld als erstes in den Sinn. Für mich sind es aber vor allem die kleinen Dinge, die ich von dieser Reise mit nach Hause nehme. Das rote Sofa am Mývatn zum Beispiel, von dem aus ich theoretisch auch beim Schlafen auf den See hätte schauen können. Außerdem die Wasserfälle, Gletscher und eisigen Lagunen, Seehunde, von denen man sagt, sie hätten Menschenaugen, Hochlandpisten, die einem die Knochen im Leib wieder zurechtrütteln, der vielleicht schönste Hot Pot der Welt in Hofsós, Singschwäne über dem Meer wie Perlen auf einer Schnur, Schneegestöber im Juli, Hochlandhüttennächte, sonniges Fjordblau unter Milchglaswolken, die sanften Augen der Island-Pferde, zerwanderte Schuhe, die bunten Berge von Landmannalaugar und schließlich die Hauptstadt Reykjavík.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, hat Sven bereits die meisten Mitreisenden nach Keflavík zum Flughafen gebracht. Mich nimmt er mit nach Reykjavík. Ich will dort noch Freunde besuchen. »Bis Island dann«, sagt Sven. »Ja – bis Island!«, erwidere ich und schlucke an dem Kloß in meinem Hals, nehme meine sieben Sachen und gehe ersteinmal »hotpotten«. Im warmen Wasser lege ich den Kopf in den Nacken, schaue in den Himmel und sehe wie immer, überall, über allem: Milchglaswolken.

Norr-Leserin

andrea-norr-leser

Andrea Karrasch reist seit 2004 regelmäßig nach Island. Dieses Mal war sie mit dem Reiseveranstalter contrastravel auf der Tour »Hochlanderlebnisse in Island« unterwegs.

contrastravel.com

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