NORR AUSZEIT Felsige Freuden

Sommertrip nach Åland - Diashow starten

FELSIGE FREUDEN

 

Roter Stein in blauen Wellen: Ålands Granit ist ein Abenteuerspielplatz für Boulderer. NORR-Redakteurin Karen Hensel radelte mit ihren Freunden quer über die Inseln, um an den finnischen Felsen zu klettern.

 

Foto: Hendrik Morkel

Åland erleben:

Mit den Huskys unterwegs

Auf Skiern durch die Natur

Kost und Logis sind ein Highlight in Røros

»Verantwortungsvolles Reisen in naturbelassene Gegenden, das die Umwelt schont und die Lebensbedingungen der Einheimischen verbessert.«

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Røros: Öko aus der Grube

Text: Johann Augustin, Foto: Roger Borgelid

Lange war Røros nur eine vergessene Bergbaustadt im norwegischen Fjell. Dann machte die Kombination aus Nachhaltigkeit, gutem Essen und Outdoor-Aktivitäten das Städtchen zu einer der erfolgreichsten Urlaubsdestinationen im Norden.

Vor zehn Jahren war die Londonerin Anette Harris schon einmal in Røros. Jetzt ist sie mit ihrem Mann Neil hergekommen. In den vergangenen Tagen haben die beiden das Eisangeln auf einem kleinen See ausprobiert, sind mit dem Schneescooter gefahren, haben das Grubenmuseum besucht und die Altstadt mit ihrer Bausubstanz aus dem 17. Jahrhundert erkundet. Das einzig Negative, was ihnen zu Røros und Norwegen im Allgemeinen einfällt, ist das Preisniveau. »Ein Abendessen kostet rund 1 200 norwegische Kronen. Nach englischen Maßstäben ist das viel«, sagt Neil Harris. Aber heute ist eine Hundeschlittenfahrt durch die Winterlandschaft angesagt. Das darf gerne etwas kosten. Der Veranstalter Alaskan Husky Tours hat seinen Sitz in den Wäldern bei Os, eine halbe Stunde Autofahrt von Røros. Fünfzig gut trainierte Arbeitskollegen jaulen und kläffen erwartungsvoll, weil sie hoffen, für eines der insgesamt vier Schlittengespanne ausgewählt zu werden, die gleich starten sollen. An den Hundehütten hängen kleine Holzschilder mit den Namen der Sprinter und Nummern, die ihren jeweiligen Platz im Gespann verraten. »Wolf« freut sich, als Guide Ken Öien ihn aus seinem Hüttengeschirr befreit. Ein paar Minuten später ziehen sechs vor Adrenalin strotzende Muskelpakete unser Gespann auf der Schlittenspur durch den Birkenwald. Das Einzige, was man hört, ist das Geräusch des Holzschlittens, der den Schnee durchschneidet, das Keuchen der Hunde und die Bremsen, die aus Gleisketten schneetauglicher Kettenfahrzeuge hergestellt sind. Der Fotograf Roger Borgelid und ich sind nach Røros gefahren, weil wir verstehen möchten, warum diese alte Grubenstadt und die Natur, die sie umgibt, immer mehr Besucher anlocken. In der Theorie ist der Ökotourismus, seit dieser Begriff Ende der Achtzigerjahre erfunden wurde, »everybody’s darling«: ökologisches Essen, unverfälschte Naturerlebnisse und Reiseformen, von denen die Bevölkerung vor Ort profitiert – was kann es Besseres geben? In der Realität mussten die Veranstalter, die auf Ökotourismus setzten, lange gegen Widerstände ankämpfen. Im Wettbewerb mit Charterriesen und Billigfliegern, die in Schwärmen die Großstädte ansteuern, nimmt sich das kleine Hundeschlitten-Unternehmen, das Lunchboxen mit Rentierfleisch aus der Zucht des Nachbarn an seine Gäste verteilt, allzu bescheiden aus. Aber seit einigen Jahren dreht sich der Wind. Und eines der überzeugendsten Beispiele dafür liefert Norwegen mit der Kupferminen- und Weltkulturerbe-Stadt Røros. Während viele norwegische Urlaubsorte um Gäste kämpfen müssen, verzeichnete Røros im vorigen Jahr einen Anstieg der Übernachtungszahlen um sechs Prozent, was insgesamt 300 000 Besuchern entspricht. Am stärksten hat das Interesse im Ausland zugenommen. Der Zustrom ausländischer Reisender wuchs um stolze achtzehn Prozent. Alles in allem wird Røros jährlich von etwa einer Million Menschen besucht, wenn man Tagestouristen und…

Røros

Die Geschichte von Røros reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, als man in der Gegend Kupfer entdeckte und die Stadt um die Fundstellen herum aufbaute. Seit 1980 gehört Røros zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Ort hat etwa 3 000 Einwohner. Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig.
roros.no

Unterkunft

Røros Hotell ist ein großes, modernes Hotel mit Restaurants, Bars, Schwimmbad, Sauna, Kinderspielzimmer und Konferenzeinrichtungen.
roroshotell.no

Der Erzscheidergården ist ein familiengeführtes, gemütliches Hotel, in dem man sich wie zu Hause fühlt. Auf der Speisekarte stehen nur Gerichte mit Zutaten aus lokaler Produktion.
erzscheidergaarden.no

Anreise

Mit dem Auto oder mit dem Bus braucht man von Oslo nach Røros etwa fünf Stunden. Es gibt tägliche Zugverbindungen nach Oslo und Trondheim. Die Fluggesellschaft Widerøe fliegt zweimal täglich von Oslo nach Røros, der Flugplatz liegt wenige Minuten vom Ortszentrum entfernt.
wideroe.no

Ökotourismus

Das, was man heute Ökotourismus nennt, entwickelte sich in den Siebzigerjahren als Protest gegen den Massentourismus. Der Grundgedanke war – und ist –, dass man als Tourist die Gegenden, in die man reist, nicht zerstören, sondern schützen und fördern sollte. Ende der Achtzigerjahre befreite sich der Ökotourismus aus der alternativen Nische, wurde kommerzieller und etablierter. 1990 formierte sich »The International Ecotourism Society« (TIES), eine Initiative der Amerikanerin Megan Epler Wood, die seitdem als Ikone des Ökotourismus gilt. Ihre Definition trifft noch immer den Kern der Sache: »Verantwortungsvolles Reisen in naturbelassene Gegenden, das die Umwelt schont und die Lebensbedingungen der Einheimischen verbessert.«

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