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Von Süd nach Nord: Schwedischer Triathlon

Von Süd nach Nord: Schwedischer Triathlon

Text & Foto: Andy Hauser

Andy Hauser erfüllte sich einen lang ersehnten Traum. Mit dem Rad, dem Kanu und zu Fuß durchquerte er Schweden vom südlichsten zum nördlichsten Punkt. Für NORR hat er seine Eindrücke geschildert.

„It’s all flat“, meinte der Taxifahrer, der uns nach Smygehuk, den südlichsten Punkt Schwedens chauffierte. Spätestens an der Höga Kusten, einem einzigartigen Küstenabschnitt, der zum Weltnaturerbe gehört, erinnerten wir uns wehmütig an seine Worte. Über 1000 Höhenmeter warteten dort an manchen Tagen auf uns. Aber die lohnten sich. Der Sverigeleden, Schwedens längster Radfernweg, führt meist auf Nebenstrassen durch fantastische Landschaften, vorbei an malerischen Dörfern, Schlössern, Kanalanlagen und unzähligen Seen. Mit dem Rad unterwegs zu sein bedeutet, alles intensiver zu erleben. Der einzigartige Duft in den Wäldern, die Ausblicke und die Begegnungen mit Einheimischen. Oft entstanden amüsante Gespräche in „Schwenglish“, einer Kombination aus Schwedisch und Englisch. Nach zwei erlebnisreichen Monaten endete die Radstrecke in der kleinen Ortschaft Örnvik, knapp oberhalb des Polarkreises.

Mit dem Kanu stromaufwärts bis nach Norwegen

Heftiger Gegenwind und hohe Wellen gaben uns schon am ersten Tag ein Vorgeschmack, auf das was uns die nächsten zwei Wochen alles erwartete. Der Piteälven ist ein auf seiner ganzen Länge ungezähmter Wildnisfluss und verläuft in unberührter Natur. Die Strecke stromaufwärts zu bewältigen, war für uns besonders reizvoll. Die zahlreichen, unüberwindbaren Stromschnellen sowie der häufige Gegenwind stellten sich aber auch als besonders kräftezehrend heraus. So hieß es oft: auswassern und das Kanu tragen. Bis zu sechs Stunden vergingen, bis wir weiterpaddeln konnten. Das Leben in der Wildnis, faszinierende Lichtstimmungen und traumhafte Übernachtungsplätze entschädigten immer wieder für die Strapazen. Angeln, Beeren sammeln, Wildtiere beobachten und die Zubereitung des Abendessens am Lagerfeuer gehörten zu unserem Tagesablauf. Die Kanustrecke endete hoch in den norwegischen Bergen, nahe der Bergarbeitersiedlung Sulitjelma.

Zu Fuss bis zum nördlichsten Punkt Schwedens

Ab jetzt galt es die komplette Ausrüstung und den Proviant zu tragen. Bis zu 35 Kilogramm lasteten auf unseren Schultern. Der Weg führte uns über die weite Hochebene des Padjelanta-Nationalparks, durch einzigartige Gebirgslandschaften und saftige Täler weiter Richtung Norden. Als wir am Fusse des Kebnekaises unser Basislager an einem windgeschützten Ort einrichteten, fühlten wir uns wie richtige Bergsteiger. Frühmorgens machten wir uns bei dichtem Nebel an den Aufstieg. Nach rund fünf Stunden standen wir überglücklich auf dem 2104 Meter hohen vergletscherten Südgipfel, dem höchsten Punkt Schwedens.

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Auf dem berühmten Kungsleden ging es weiter durch das eindrückliche Tjäktjavagge, vorbei an bezaubernden Gebirgsseen und hinein in die Birkenwälder des Abisko-Nationalparks. Von Abisko aus ging es auf die letzte Etappe. Die Durchquerung des wilden Øvre-Dividal- Nationalparks mit seinen urwüchsigen Wäldern und gletscherbedeckten Bergen gehörte zu den Höhepunkten. Lange war ich unterwegs und nun lagen plötzlich nur noch wenige Kilometer vor mir. Der gelbe Dreiländerstein war schon von weitem zu sehen. Voller Emotionen und Erinnerungen an die vergangene Zeit lief ich durch den in den schönsten Herbstfarben leuchtenden Birkenwald. Erschöpft aber überglücklich stand ich dann endlich an diesem hässlichen, gelb angemalten Betonblock. 103 Tage und rund 3000 Kilometer in einem Land von einmaliger Schönheit liegen hinter mir.

Mein Traum ging in Erfüllung.

NORR-LESER

Andy Hauser ist begeisterter Naturfotograf und reist seit vielen Jahren in den hohen Norden. Im vergangenen Sommer erfüllte er sich seinen lang ersehnten Traum. Mit dem Rad, dem Kanu und zu Fuß durchquerte er Schweden vom südlichsten (Smygehuk) bis zum nördlichsten Punkt (Treriksröset). Auf einigen Etappen waren seine Freundin und ein Freund mit dabei.

www.schwedentriathlon.ch

Andy Hauser

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