NORR AUSZEIT Felsige Freuden

Sommertrip nach Åland - Diashow starten

FELSIGE FREUDEN

 

Roter Stein in blauen Wellen: Ålands Granit ist ein Abenteuerspielplatz für Boulderer. NORR-Redakteurin Karen Hensel radelte mit ihren Freunden quer über die Inseln, um an den finnischen Felsen zu klettern.

 

Foto: Hendrik Morkel

Åland erleben:

Jonas Kambli – Ewige Nacht in Grönland

Er wollte wissen, wie ein Alltag ohne Sonne aussieht. Jonas Kambli besuchte mit seiner Kamera das Dorf Uummannaq auf Grönland.

„Wie lebt es sich, wenn 68 Tage im Jahr kein Sonnenstrahl das Gesicht berührt? Diese Frage trieb mich an, als ich beschloss, den Winter in Nordgrönland zu verbringen, wo die Polarnacht den Tag über mehrere Monate in ein Dämmerlicht hüllt. In Uummannaq einem 1300-Seelen-Dorf, das lediglich mit einem wöchentlichen Helikopterflug mit der Außenwelt verbunden ist.

Ich wollte das alltägliche Leben dieser Menschen näher kennenlernen. So beschloss ich, die Menschen in ihren Häusern zu besuchen. Die Häuser haben keine Klingel, die Türen sind nicht abgeschlossen und die Inuit klopfen nie an. Mir aber schien es in meinem Fall etwas respektlos, entsprechend der dortigen Gepflogenheit einfach einzutreten und so entschied ich mich deshalb, dennoch anzuklopfen. Und so wurde ich zum Klopfer von Uummannaq.

‚Aluu Uanga ateqarpunga Jonas Assiliisartuuvunga Isersinnaavunga, illut illillu assilillutitf – Hallo ich heisse Jonas und bin Fotograf. Darf ich reinkommen und Bilder machen von Ihnen und Ihrem Zuhause?‘

Die Türen öffneten sich zu einer mir fremden und dennoch seltsam vertrauten Welt. Meine Eindrücke unterschieden sich stark von den Bildern, die ich aus Zeitschriften und Büchern kannte. Da trugen die Menschen keine Eisbärenfellhosen und lebten nicht in Iglus. Die Wohnungen waren einfach, aber gemütlich eingerichtet. Fotos von Verwandten und traditionelles Handwerk sind ein grosser Teil der Einrichtung, ebenso stolz präsentierte Jagdtrophäen wie Narwalzähne oder Eisbärenschädel.

Die ewige Dunkelheit und die unwirtlichen Wetterbedingungen belasteten mich im Laufe der Zeit immer stärker. Jeden Morgen musste ich mich von Neuem überwinden, die wohlige Wärme des Hauses zu verlassen, um draussen in der Kälte zu fotografieren. Als die Sonne Ende Februar wieder über den Horizont stieg und die Polarnacht durchbrach, versammelte sich das ganze Dorf zu einem Fest, bei dem die Sonne mit Spielen und Gesang begrüsst wurde.“

 

Der Reisefotograf

Portrait_Jonas

Jonas Kambli, geboren 1979, arbeitet seit über zehn Jahren als selbständiger Fotograf. Seine Reisen führten den Berner nach Grönland, Moçambique, Zimbabwe oder nach Ecuador. Auf diesen Reportagen sind Bilder entstanden, die Begegnungen und Geschichten erzählen, die unter der Oberfläche zu finden sind, mit Licht experimentieren –und die vor allem von einem neugierigen Blickwinkel geprägt sind. Die Kamera dient Jonas Kambli als Türöffner in diese zunächst fremden Lebenswelten, die dank der Offenheit des Fotografen nach und nach vertraut werden.

jonaskambli.com

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