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Natur des Nordens

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Die Sonnensucher am Sognefjord

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NORR-Leser Sirko Trentsch hat sich auf eine Reise nach Fjordnorwegen begeben. Das türkisfarbene Wasser des Sognefjords und die maritime Atmosphäre der kleinen Dörfer in der Kommune Luster haben für ihn einen ganz besonderen Reiz.

Es ist ein sehr sonniger und warmer Sommer und wir genießen einmal mehr die Umgebung und die Gastfreundschaft auf dem Hof „Nes Gard“ in der Kommune Luster. Die Landschaft an den Ausläufern des Sognefjords ist eine norwegische Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Gleich drei Nationalparks grenzen an die Kommune: Jotunheimen, Breheimen und Jostedalsbreen. Monumentale Gletscher, scheinbar unendliches Fjell, schroffe Gipfel, rauschende Flüsse mit unzähligen Wasserfällen, fruchtbare Täler und das türkisfarbene Wasser der Fjorde bis hin zur maritimen Atmosphäre kleiner Dörfer am Ufer – die abwechslungsreiche und malerische Landschaft hat ihren ganz eigenen Reiz.

Nach einem kurzen, aber intensiven Frühling hat sich zwischenzeitlich der Sommer in den Tälern am Sognefjord durchgesetzt: Alles ist saftig grün, Schnee findet sich nur noch an entlegenen Stellen in den Bergen, die Tiere sind alle auf den Sommerweiden im Fjell, prächtige Obstplantagen zeugen von einem wichtigen Erwerbszweig der Region, unzählige Boote sind jetzt direkt auf dem Fjord vertäut und die ersten Himbeeren werden bereits geerntet. Eine perfekte Zeit, um Schönheit dieser Region zu entdecken – wie zum Beispiel den Fanaråken in Jotunheimen (2068 Meter), den wir dieses Mal besteigen wollen.

Wo bleibt die Sonne?

Aber sicher! Schon seit 20 Jahren, immer gegen 13.00 Uhr holt ein Führer eine Gruppe unten am Fanaråkbreen ab, um diese in einer Seilschaft über den Gletscher auf den Fanaråken zu begleiten” entgegnet unser Vermieter, Asbjørn Månum, mit gespielter Entrüstung auf meine eigentlich überflüssige Frage, ob ich mich auf seine eben dazu getroffene Aussage verlassen kann. Der Wetterbericht kündigt für die nächsten beiden Tage das perfekte Wetter für unser geplantes Vorhaben an. Ihr solltet das Auto am Berghotel Turtagrø abstellen, dann den Bus zur Sognefjellhytta nehmen und von da aus über den Gletscher aufsteigen und am nächsten Morgen den steileren Weg nach Turtagrø zurückgehen“ empfiehlt Asbjørn. Später erzählt er noch stolz, dass er zu Beginn der Saison im Juni die Fanaråkhytta mit 300 Litern Apfelsaft von seiner Farm versorgt hat und diese Lieferung zusammen mit dem anderen Proviant per Helikopter auf den Berg gebracht wurde.

Am nächsten Morgen geht es gleich nach dem Frühstück los, damit wir tatsächlich um 13.00 Uhr als Teil der heutigen Seilschaft den Gletscher überqueren können. Alles geht gut und so sind wir kurze Zeit später als Teil einer Seilschaft mit ca. 20 Gleichgesinnten auf dem Weg über das ewige Eis. Doch wo bleibt aber das angekündigte sonnige Wetter? Am Nachmittag haben wir es dann endlich geschafft und stehen vor der Fanaråkhytta. Wir beschließen, uns erst einmal bei einer Tasse heißen Kaffee in der Hütte aufzuwärmen.

Und dann passiert es: Kurz vor dem Abendessen ziehen überraschend die Wolken auf und wir werden mit einer grandiosen Aussicht über die Bergwelt Norwegens belohnt. Von den Gipfeln des Jotunheimen bis hin zum Breheimen und in die Täler am Sognefjord reicht der Blick. Während des Abendessens lässt sich bereits durch die Hüttenfenster erahnen, dass wir tatsächlich viel Glück haben und hier oben einen der seltenen und langen Sonnenuntergänge über dem Gebirge erleben werden. Der Himmel erstrahlt an diesem Abend in einem ständig wechselnden Farbenspiel von orange bis violett und wir sind sehr froh, das erleben zu dürfen.

 

 

 

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