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Natur des Nordens

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Unendlicher Raum: Architektur in großer Natur

Große Architektur ist keine Frage der Quadratmeter. James Silverman fotografiert Gebäude, die auf besondere Weise mit der Landschaft verschmelzen, und zeigt, dass selbst winzige Hütten ein unendliches Raumerlebnis erzeugen können. Für NORR präsentiert er die schönsten Beispiele aus Skandinavien.

Bjellandbu – Spektakuläre Fjällhüttejs-bjelland-01b-2

Åkrafjorden/Norwegen, Snøhetta 2014, 35 Quadratmeter

»Seit ich die ersten Snøhetta-Entwürfe gesehen hatte, wollte ich Bjellandbu fotografieren. Die Frage war nur, wann und wie: Den größten Teil des Jahres liegt die Hütte unter Schnee und eine Straße gibt es nicht. Die Preise für einen Helikopter ließen mich fast in Ohnmacht fallen. Doch Trygve Øvstebø, der die Hütte gebaut hat, eine Art norwegischer Crocodile Dundee, bot mir an, mich zur Hütte zu bringen. Die 70 Kilo Ausrüstung, Essen und Kleidung transportieren wir auf einem seiner Islandpferde. Es wurde eine abenteuerliche Wanderung, vier Stunden im Hochsommer bei brütender Hitze. Hier und da mussten wir Schneefelder überqueren, an Wasserfällen und Flüssen löschten wir unseren Durst. Oben angekommen, badeten wir im See zwischen Eisbrocken. Drei Tage wohnten meine Kollegin Anna und ich auf der Hütte und erlebten die intensive Einsamkeit dort oben. Die Sonnenuntergänge waren unglaublich, aber sobald es dunkel wurde hatte ich panische Angst, in der Wildnis nicht mehr zurück zu finden.«

NORR Artikel zu Bjellandbu

 

Dragspelshuset – Magisches Wesen

Årjäng/Schweden, 24H Architecture, 2003, 30 Quadratmeter

»Das Dragspelshus (dt. Akkordeon-Haus) könnte ein Heim für Elfen sein oder das Haus einer Kinder fressenden Hexe. Ein Traum oder ein Albtraum. Sein schuppiger Kopf streckt sich über einen Bach hinweg in den tiefen Wald als würde er dort nach Futter suchen. Fast mag man glauben, das Haus würde leben. Der außergewöhnliche Platz und die dichten Bäume sorgen dafür, dass die Hütte und ihre Bewohner nur selten ungebetenen Besuch bekommen. 2001 kauften die niederländischen Architekten Maartje Lammers und Boris Zeisser im Glaskogen-Naturreservat in Värmland ein heruntergekommenes Fischerhaus aus dem 18. Jahrhundert. Da sie es offiziell um höchstens 30 Quadratmeter erweitern durften, konstruierten sie einen Wohnbereich, der sich wie ein Akkordeon auseinander ziehen lässt. So konnten sie das Haus in Frank-Lloyd-Wright-Manier über den Fluss strecken, ohne die Regeln zu brechen. Auch das Innenleben ist aufregend: Einerseits leichtes urbanes Mobiliar, andererseits Rentierfelle an Wänden, die an ein samisches Zelt erinnern.«

 

Tonttu Sauna – Ein Bad im Kornfeld

Sauna

Seinäjoki/Finnland, OOPEAA/Office for Peripheral Architecture, 2010, 16 Quadratmeter

»Die Tonttu Sauna (dt. Weihnachtsmann-Sauna) liegt ganz alleine inmitten eines großen Kornfelds. Nur durch einen schmalen Pfad ist sie mit dem Haus des finnischen Architekten Anssi Lassila verbunden und bildet in ihrer Traditionalität und Einfachheit einen starken Kontrast zum modernen Hauptgebäude. Als Schale dient ein alter Getreidespeicher, das Innenleben aus heller Fichte zeichnet sich von den alten Balken ab, der Duft und die Haptik des Nadelholzes schlägt sich auf die Sinne nieder. Lassila wollte die primitive Natur der Sauna erhalten und installierte keine neue Technik. Vollkommen simpel und rein sollte sie sein. Von der höchsten Ebene des ›Wärmespeichers‹ führt eine kleine Brücke zu einer großen hölzernen Tonne zwischen Bäumen und Sträuchern, von der aus man badend über weite Wiesen und Felder blickt. Die wohl schönste Art, die über 200 Jahre alte Sauna-Tradition der Familie Lassila hier im ländlichen Soini am Leben zu halten.«

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