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Natur des Nordens

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Essen auf Rädern: Vélokoch Henrik Orre im Interview

Kein anderer verbindet Radleidenschaft und Outdoor-Kochkunst so schön wie der Norweger Henrik Orre. Ein Interview mit dem »Vélokoch« und Autor des Buches »Outside is Free – A food and cycle Adventure«.

 

Henrik, im letzten Jahr erschien dein Buch Outside is Free, das wir auch in NORR vorgestellt haben. Was war die Idee dahinter?

Als Koch des Sky-Teams habe ich in den letzten Jahren die besten Radfahrer der Welt bekocht. Doch diesmal wollte ich weg vom Leistungssport, hinaus in die Natur, selbst mit Freunden Rad fahren und Wert auf richtig gutes Essen legen. Gleichzeitig wollte ich meine Komfortzone verlassen, auf eine ausgerüstete Küche verzichten und draußen mit einfachen Mitteln kochen. Und zwar mit frischen, hochwertigen Zutaten.

 

Diesmal hast du selbst im Sattel gesessen. Spielt es eine Rolle für dein Kochen, ob du selbst aktiv bist?

Zunächst einmal war es etwas anderes, mit Freunden unterwegs zu sein, die wie ich richtige Fahrradfanatiker sind. Ausgangspunkt war das kleine norwegische Fjelldorf Eresord. Es war ein besonderes Erlebnis, sich zusammen die steilen Schotterwege hinaufzukämpfen und auf der Spitze zu spüren, dass jeder Tritt in die Pedale die Belohnung wert war. Für das Kochen war es wichtig, noch besser vorbereitet zu sein, alle Zutaten und Utensilien parat zu haben, um schnell die Mahlzeiten zubereiten zu können. Und nicht zuletzt genießt man das Essen natürlich selbst viel mehr.

 

Braucht man wirklich eine eigene Outdoor-Kochphilosophie fürs Rad? Was zeichnet sie aus?

Naja, man muss schon ein Rad-Nerd sein – so groß sind die Unterschiede zu anderen Outdoor-Akivitäten sicher nicht. Aber wenn man wie wir mit sportlichen Fahrrädern unterwegs ist, spielen Platz und Gewicht eine Rolle. In eine Rahmentasche passt einfach nicht so viel wie in einen Wanderrucksack. Hier braucht man kleine, leichte Kocher und muss sehr sorgfältig sein bei dem, was man auf eine Tagestour mitnimmt. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Basecamp, mit Tipps, wie man über offenem Feuer gutes, energiereiches Essen zubereitet.

 

Welchen Einfluss haben deine Outdoor-Cooking- Aktivitäten auf dich und deinen Job als Koch?

Erstens ist das Naturerlebnis wichtig. Mittendrin zu sein. Die Düfte wahrzunehmen, Pflanzen, Kräuter und Pilze selbst zu sammeln. Vor allem lernt man, sich zu begrenzen, einfache und unkomplizierte Lösungen zu finden und sich noch besser vorzubereiten. Aus dem Buchprojekt ist die Idee des Gravelbike-Wildniscamps Det stora eventyret hervorgegangen, das Anfang Juni in der Wildnis vor Oslo stattfindet. Mit unterschiedlichen Touren – und natürlich richtig gutem Outdoor-Food.

 

Dein Tipp für alle, die endlich mit dem Kochen unter freiem Himmel anfangen wollen?

Wage den ersten Schritt! Nimm das Buch als Inspiration und wähle, was dir am einfachsten und lustigsten scheint. Warum nicht einfach mit dem Kaffeekochen anfangen?

 

 

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