Weiter zum Inhalt

Diese Webseite verwendet Cookies. Bei der weiteren Nutzung gehen wir von deinem Einverständnis aus. Mehr Infos.

Natur des Nordens

Menü

Iceland Airwaves: Stadtmusikanten von Reykjavík

Reisefotograf Normen Gadiel war für NORR und FUJIFILM in Reykjavík, um dort das Leben rund um das Musikfestival Iceland Airwaves zu dokumentieren. Er ließ sich einfach mit der Kamera durch die Stadt treiben.

Nun bin ich also angekommen, in Reykjavík, auf Island. Dort, wo das mit der Musik irgendwie anders ist als irgendwo anders auf der Welt. Die Dichte erfolgreicher Bands und Musikerinnen und Musiker ist enorm – und wohl mit keinem anderen Land vergleichbar. Unentschlossenheit sollte mein größtes Problem während des Festivals sein. Es spielen einfach zu viele Bands gleichzeitig. Allein im Umkreis von etwa zwanzig Minuten Fußweg befinden sich zwölf Veranstaltungsorte, die größten davon das Konzerthaus Harpa, das Reykjavík Art Museum und Gamla Bió.

Die sogenannten »Off venue locations« sind darin noch nicht einmal enthalten. Dazu gehören unter anderem das Kex Hostel, die Viking Brauerei und der Plattenladen Lucky Records. Aber gerade diese machen den Charme des Iceland Airwaves aus. Vom Plattenladen über die Kneipe zum Secondhandladen, dann zurück in einen Friseursalon und abschließend ins Hostel – eben ein ganz normaler Tagesablauf.

Kein Zweifel – die Leute sind wegen der Musik hier. Man trifft fast ausschließlich auf echte Musikliebhaber – dafür um so weniger auf Partytouristen. Und richtig exzessiv gefeiert wird aufgrund der Alkoholpreise auch eher selten.

Man kommt aber dennoch schnell ins Gespräch – oft in deutscher Sprache. Deutschland stellt dabei gefühlt nach den USA die meisten ausländischen Festivalbesucher. So lerne ich Nele aus Deutschland kennen, die ihre Festivalreise zum 18. Geburtstag von ihrer Mutter bekommen hat, oder Bryce aus den USA, der das Airwaves inzwischen das vierte Mal besucht.

Nach und nach gelingt es mir dann doch, mich zu entspannen, nicht jedem Auftritt auf meiner Wunschliste hinterherzujagen und mich stattdessen treiben zu lassen. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass ich dadurch unbekannte Bands erleben darf – darunter einige positive Überraschungen, zum Beispiel Mikko Joensuu, der praktischerweise in der Lobby meines Hostels (Kex) spielt.

Islands Musikszene ist so einzigartig wie seine Natur. Wer sie erleben will, sollte beim nächsten Inselurlaub auf jeden Fall ein Zeitfenster für das Airwaves-Festival einplanen. Ein purer Genuss.

 

Verwandte Inhalte

Die Redaktion empfiehlt