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Natur des Nordens

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Oh, Schweden! Schären, Schlafsack, Sternenhimmel

NORR-Leserin Gesine Oesterwinter reist mit Freunden in ihr Lieblingsland Schweden. An einem kleinen Ort an der Westküste erlebt sie ihren ganz persönlichen Schären-Traum.

Ohne große Pläne machen wir uns auf den Weg, viele Autostunden braucht es, um aus dem Süden Deutschlands an die Ostküste Schwedens unterhalb Stockholms zu gelangen. Wenig Schlaf, den auch die Fährfahrt über Nacht nicht wieder aufholen kann. Dafür eine stets größer werdende Vorfreude, als wir uns immer nördlicher begeben. Von der großen Landstraße ab führen Schilder zu einem Café. Wir beschließen, eine Pause zu machen. Völlig überwältigt von der Schönheit jenen Ortes betreten wir ein rotes Holzhaus, dessen Boden unter unseren Füßen knarrt. Der Kaffeeduft umtänzelt unsere Nasen. Ich trinke meine erste schwedische heiße Schokolade, mit Marshmallows. Ich kann mein Glück kaum fassen.

Der perfekte Ort

Wäre die Reise hier zu Ende gewesen, ich wäre zufriedenen Herzens wieder nach Hause gekehrt. Doch weiter geht es also Richtung Norden und schließlich finden wir den perfekten Ort, an dem wir uns niederlassen wollen. Wir haben nicht viel im Gepäck, und doch ist es mehr, als man jemals brauchen würde, um das Land mit all seinen Sinnen wahrzunehmen. Ich klettere die moosigen Felsen in meinen Crocs herauf, die mir einen Blick über die Schären gewähren. Zu ambitioniert und von Glück erfüllt bin ich, als dass noch Zeit für den Gedanken an ein ordentliches Schuhwerk ist. Das Kind ist in mir los, was so viel heißt wie, ich bin angekommen. Wir schnappen uns das Ruderboot und rudern einmal um den Zipfel des Landstücks. Auf der anderen Seite angekommen, machen wir das Boot fest. Es wartet ein kleiner Tante-Emma-Laden auf uns, in dem es alles Notwendige gibt. Wir nehmen uns jeder ein Eis und eine Tüte selbstausgewählter Schokobonbons mit. Damit setzen wir uns an den Steg; ein kleines rotes Holzhaus mit der Aufschrift Sanden hinter uns. Ruhe und Frieden erfüllen den Ort. Nachdem wir unsere Leckereien vernascht haben, legen wir uns auf das warme Holz des Stegs und nehmen jeden noch so kleinen nordischen Sonnenstrahl in uns auf. Eine laue Windbrise schmiegt sich um unsere Haut. Wir wissen sofort, dass wir von nun an jeden Tag hierher kommen werden.

Auf Elchsafari

Als der Abend einbricht, beschließen wir spontan, uns auf Elchsafari zu begeben. Nach langem Warten und mit dem Gedanken spielend, wieder umzukehren, zeigt er sich uns auf einmal. Stolzen Hauptes tritt er auf die Lichtung, ein Elch mit mächtigem Geweih. Nebelschwaden und rot orangenes Abendlicht umhüllen ihn. Majestätisch steht er da, blickt uns an. Was für eine Gestalt an Schöpfung! Mal wieder können wir unser Glück kaum fassen. Zurück von diesem abenteuerlichen Ausflug sitzen wir noch lange da, spielen Karten und machen Musik, bis schließlich die Sterne ganz klar zu sehen sind und wir uns in unseren warmen Schlafsäcken verkriechen; in Gedanken schon an den nächsten Tag und all die wunderbaren Abenteuer, die auf uns warten.

 

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