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Natur des Nordens

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Radmomente auf dem Kattegattleden

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Reisefotografin Elke Johna radelte für NORR und FUJIFILM den südlichen Teil des Kattegattledens entlang. Mit offenen Augen erlebt sie die weite Landschaft und die Herzlichkeit der Bewohner Südschwedens.

Dicke Regentropfen fallen auf meine Kapuze. Vor meinen Augen zieht die Landschaft am Öresund vorbei, während ich in Gedanken noch bei der heißen Tasse Kaffee im Café Koppi bin. Die Luft ist schwer, es riecht nach Seegras und nassen Weizenähren. Mal flach, mal hügelig schlängelt sich der Kattegattleden zwischen der Ostsee und dem Inland entlang.

Mein Guide Mia und ich sind tropfnass, als wir in Richtung Höganäs rollen, wo wir uns mit einer ausgiebigen Fika in den ehemaligen Keramikwerkstätten stärken. Die dunklen Wolken können unsere Laune nicht verderben. Schon bald sitzen wir wieder im Sattel und radeln weiter unserem Tagesziel entgegen.

Gerade noch rechtzeitig erreichen wir das Weingut Arild. Blitze zucken am Himmel und Donner umhüllt die Reben. Abends schlürfe ich mich warm eingepackt im gläsernen Restaurant durch die verschiedenen Aromen der schwedischen Weine, bevor ich müde, glücklich und leicht angeheitert ins Bett falle.

Als ich am nächsten Morgen meine Augen öffne, rinnen kleine Bäche das Fenster hinab. Doch als wir den Strand erreichen, funkeln einige scheue Sonnenstrahlen in der aufgewühlten Ostsee. Der feuchte Sand haftet an meinen Füßen und knirscht zwischen meinen Zehen. Wir radeln weiter, vorbei an unzähligen Kormorankolonien und kleinen roten Holzhütten, die, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, den Wegesrand säumen.

Dann wird es noch mal anstrengend. Vor uns liegt der Hallandsåsen, ein Höhenzug, der Skåne vom Rest Schwedens trennt. Schnaufend kämpfe ich mich die bis zu zehn-prozentige Steigung empor. Belohnt werden wir mit einem fantastischen Blick über die Wiesen und Wälder bis hin zum Meer – und mit einer rasanten Abfahrt, bei der grasende Kühe und Schafe nur so an uns vorbei fliegen.

In Båstad angekommen, trennen sich unsere Wege und ich lasse den Tag am Strand ausklingen. Über große und kleine Steine, Ziegel und Muscheln tasten sich meine Füße ins kühle Nass. Ich stehe einfach nur da und genieße den Augenblick, denke an die kleinen zufälligen Momente und die Begegnungen, die die Reise auf dem Kattegattleden zu etwas Besonderem gemacht haben.

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