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Natur des Nordens

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Nachfolger gefunden! Lebenstraum Rondane Gjestegård

NORR hat zusammen mit Cecilie und Christoph nach neuen Besitzern für ihren Rondane Gjestegård in Norwegen gesucht. Nun sind sie gefunden! Ab September ist der Hof in Besitz von Benjamin und Karin mit ihren Kindern Mia und Liv.

Inmitten Norwegens weiter Wildnis des Rondane Nationalparks erfüllten sich Cecilie Bjercke und Christoph Habert einen Lebenstraum und kauften den Rondane Gjestegård, den sie nun seit neun Jahren mit einem kleinen Hotel und einer Ferienhausvermietung betreiben. In ihrem Restaurant servieren sie den Gästen traditionelle hausgemachte Speisen aus Rohwaren der Region und im Café des Gästehauses gibt es frisch gebackene Kuchen. Nun werden Benjamin und Karin den Hof mit ihren neuen Ideen weiterentwickeln.

Unser Interview mit Cecilie und Christoph:

Cecilie, wie kamt ihr zum Rondane Gjestegård?

Christoph und ich waren schon einige Jahre zuvor nach Südnorwegen ausgewandert.   Wir fühlten uns wohl, hatten Jobs, ein wunderschönes Haus im Grünen und wollten ein wenig mehr vom Land sehen. So kauften wir uns einen alten Wohnwagen und fuhren los. Weit kamen wir nicht. Wir hielten in Sollia am Rondane Gjestegård, um einen Kaffee zu trinken. Nur ein Mann saß vor der Tür. Als ich bemerkte, welches Glück er hätte, so ein schönes Gästehaus zu betreiben, fragte er mich, ob ich es haben wolle. Es war zwar nicht sein Hof, aber er stand zum Verkauf. Christoph und ich sahen uns an und wussten in diesem Moment wohl beide, dass das ein Wink des Schicksals war.

Was macht das Leben hier für euch aus?

Die glücklichen Gäste um uns, die die Aktivitäten und die Stille genießen, die wir ihnen bieten. Es ist sehr persönlich hier. Gleichzeitig bieten wir einen professionellen Service. Der Gjestegård ist auch Anlaufstelle für Taufen, Beerdigungen und sonstige Anlässe. Wir lieben die Natur mit ihren wechselnden Farben und dem magischen Licht. Manchmal sehen wir Rentiere, Elche oder einen Adler. Für uns ist das hier das Paradies.

Welche Outdoor-Abenteuer hält die Umgebung bereit?

Wanderwege durch die Berge beginnen direkt am Gjestegård und Flüsse schlängeln sich durch die Region, die mit dem Kanu erpaddelt werden können. Die wilde Natur lässt sich auch auf dem Rad bestens erkunden. Der Sommer bietet sich für einen ausgedehnten Angeltrip an. In der Winterzeit gehen unsere Gäste gerne Eisfischen. Auch die Langlaufloipe führt direkt an unserem Gästehaus vorbei und lockt mit Schneetouren im Fjell.

Welche Herausforderungen kommen auf die neuen Besitzer zu?

Man sollte darauf vorbereitet sein, dass es im Winter plötzlich bitterkalt werden kann. Im Sommer stechen die Mücken. Dafür gibt es Saibling und Forellen im Bach. Wir hatten zuvor noch nie im Leben Netze ausgesetzt. Inzwischen versorgen wir unser Restaurant mit selbst gefangenem Fisch. Auf solche Abenteuer muss man sich einlassen wollen. Auch unterstützen sich hier alle Dorfbewohner gegenseitig. Das muss man mögen. Christoph brach sich im letzten Jahr das Bein und ich war mehr oder weniger den ganzen Herbst alleine. Es war fantastisch, wie unsere Nachbarn für mich da waren.

Was müssen die neuen Besitzer in jedem Fall mitbringen?

Wir hoffen, dass unsere Nachfolger als erstes Norwegisch lernen. Auch wenn besonders im Sommer die meisten Gäste aus Mitteleuropa kommen, ist es gut, die Sprache zu können, um sich hier voll und ganz integrieren zu können. Wir haben am Anfang jedes Angebot wahrgenommen, um mit den Leuten in Kontakt zu kommen und alle haben uns geholfen, ein Teil der Gemeinschaft zu werden. Man sollte einfach offen sein.

Was würdet ihr euch für die Zukunft des Gjestegårdes wünschen?

Als wir hier anfingen, hatten wir selbst nicht viel Erfahrung mit Tourismus und einem Hotelbetrieb. Es ist gut gegangen, mit normalem Menschenverstand und der Bereitschaft, aus eigenen Fehlern zu lernen. Wir haben den Gjestegård zu dem gemacht, was er heute ist. Aber neue Besen kehren bekanntlich besser und wir merken, dass sich unsere Generation doch recht schwer tut mit den sozialen Medien. Auch unsere Website ist nicht auf dem neuesten Stand. Es gibt hier, gerade im digitalen Bereich, großes Potenzial, viele Dinge besser zu machen, als wir es können. Es wäre auch schön, wenn sich jemand um Guiding und spannende Outdoor-Angebote kümmern und vielleicht Kurse oder Programme anbieten würde. Christoph und ich haben eine gute Grundlage gelegt. Es gibt keinen Bedarf an großen technischen Investitionen.

Das Image vom Rondane Gjestegård ist top. Aber wir gehen stark auf das Rentenalter zu. Wir möchten Platz für neue Gastgeber machen, die sich hier selbst verwirklichen wollen.

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