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Natur des Nordens

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“Kräftskiva”: Traditionelles Krebse-Knacken in Schweden

Ein Krebs, ein Lied, ein Aquavit – so verabschieden sich die Schweden vom Sommer und feiern den Beginn der Krebsfangsaison. “Kräftskiva” heißt das jährliches Festessen im August. Für Ungeübte ist es eine ganz schöne Herausforderung. Harte Schale, delikater Kern: das Knacken, Saugen, Stochern und Schlürfen ist es wert. 

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Die Prozedur: Von den Scheren bis zum Schwanz

Eine Schüssel voller leuchtend roter, nasser Krebse. Man könnte das Gefühl haben, die Tiere sehen einem dabei zu, wie man sie isst. Muss man aber nicht, sie sind mausetot, wie die anwesenden Festgäste versichern. Der Tipp gegen das Unbehagen: den Kopf des Tiers einfach zuerst abreißen. Und dann bis zum Schwanz vorarbeiten, dem nahrhaftesten Teil des Tiers. Die Prozedur beginnt bei den Scheren, dann geht man Schritt für Schritt vor. In der Zeit, in der ich meinen erstes Stückchen Krebsfleisch genieße, haben alle anderen schon dreimal so viel verzehrt. Macht nichts, es schmeckt und Übung macht den Meister. Schließlich wachsen die Schweden mit der Tradition auf.

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Die Dekoration darf nicht fehlen

Insgesamt ein feuchtfröhliches Fest, musikalisch untermalt von traditionellem schwedischen Gesang. Und mitsamt passender Dekoration: Partyhütchen im Krebsmuster, Servietten im Krebsmuster und Plastikteller im Krebsmuster. Was die Schweden dazu veranlasst, sich im August zu versammeln und gemeinsam Flusskrebse zu verspeisen?

Tradition aus dem 19. Jahrhundert

Ursprünglich wurde mit dem Festessen die Krebsfangsaison eröffnet, die ihren Ursprung im 19./20. Jahrhundert hat. Ab Anfang August durfte man genau zwei Monate lang Krebse fangen. Trotz allem ist der heimische Bestand sehr gering und für die “Kräftskiva” werden heute meistens nicht mehr frisch gefangene, sondern aus China oder USA importierte, tiefgekühlte Tiere verzehrt. 

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Das Ende des Sommers feiern

Heute feiert man mit dem Krebsfest auch das Ende des Sommers. Neben Midsommar ist es einer der beliebtesten Traditionen der Schweden und wird ebenfalls unter freiem Himmel gefeiert. Seit jeher besteht die Hauptspeise aus Flusskrebsen, die in Salzwasser gekocht und kalt mit Dill serviert werden. Daneben gibt es ein Buffet mit anderen traditionelle schwedischen Speisen. Und natürlich darf in der langen Nacht der Schnapps nicht fehlen, Aquavit zählt zu den Favoriten. Mit einem lauten Skål geht es dann in die nächste Runde – ein Krebs, ein Lied, ein Aquavit!

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Kräftskiva selbst ausprobieren

Wenn ihr Lust habt, selbst eine “Kräftskiva” zu feiern, findet ihr hier Anleitungen, um die Dekoration selbst zu machen. Natürlich gibt es auch eine Anleitung zum Krebsessen und noch mehr Infos zur schwedischen Tradition. 

 

 

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