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Natur des Nordens

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Polarlichter im Pyjama in Strömsund

Ihre Freiheitsliebe zog Monica und Frank Hofmann ins schwedische Jämtland. Heute vermieten sie am Öjarnsee in Strömsund selbst gebaute Blockhütten. Ein Interview.

Warum habt ihr das schwedische Jämtland als eure neue Heimat auserkoren?

Frank: Schon als Kind brauchte ich immer eine große Portion Freiheit im Leben. Ich brannte für die Abenteuer von Huckleberry Finn. Nach Schulschluss habe ich immer sofort meinen Ranzen in die Ecke geworfen und bin in den Wald gerannt, um Baumhäuser zu bauen. Von klein auf war ich mit meinen Eltern viel in Skandinavien unterwegs. Mein großer Traum war es immer, irgendwann einmal ein eigenes Haus in Schweden zu besitzen. Moni habe ich mit meiner Skandinavien-Begeisterung schnell angesteckt. Zufällig entdeckten wir auf dem Rückweg von einer unserer Reisen am Strömsunder Campingplatz einen Aushang über ein freies Grundstück am Öjarnsee. Wir fuhren spontan vorbei und verliebten uns schlagartig in dieses Fleckchen Erde. Die Sicht über den See, ins Fjäll und ins nahe gelegene Naturreservat hat uns komplett umgehauen. In dem Moment war uns beiden klar, dass das der Ort ist, von dem wir schon so lange geträumt hatten.

Wie ging es weiter?

Moni: Wir hatten erst einmal gar nicht geplant, ganz nach Schweden auszuwandern, sondern wollten einfach unsere Urlaube am Öjarnsee verbringen. Doch der Abschied von Schweden fiel uns mit der Zeit immer schwerer. Wir spürten beide, dass wir hier am Öjarnsee eine neue Heimat gefunden hatten. Nach einem längeren Sommerurlaub wollten wir den Versuch wagen, ein komplett neues Leben in Skandinavien zu beginnen.

Ursprünglich kommt ihr aus einem kleinen Ort bei Nürnberg. Wie war das für euch, auf einmal im Norden Schwedens zu leben?

Moni: Das ungewohnte war vor allem der Winter. Auf einmal verbrachten wir fünf Monate mit Eis und Schnee. Den ganzen Winter lang Nordlichter beobachten zu können, erscheint uns manchmal immer noch unwirklich. Nicht nur einmal weckte Frank mich in den ersten Jahren hier mitten in der Nacht und zerrte mich im Pyjama an den See runter, weil er dachte, das Naturschauspiel könnte schlagartig wieder vorbei sein. Heute schlafen wir oft unter freiem Himmel, um die Polarlichter nicht zu verpassen.

Auch eine Gruppe Rentiere gehört zu euch. Wie ist das Leben mit den Tieren?

Frank: Zu den Sami, die in unserer Umgebung leben, haben wir einen sehr engen und freundschaftlichen Kontakt. Wir haben sie damals gefragt, ob es möglich wäre, zwei Tiere aus ihrer Herde zu bekommen. Mittlerweile haben wir sogar Rentiernachwuchs und insgesamt fünf Tiere bei uns auf dem Hof. Rudi und Ronja trainieren wir als Packtiere, um sie in Zukunft mit auf Wandertouren zu nehmen. Die Ruhe und Genügsamkeit dieser Tiere ist sehr beeindruckend.

Frank, deine große Leidenschaft ist der Bau von Blockhütten? Wie bist du darauf gekommen?

Frank: Die ersten Jahre in Schweden habe ich in einem Sägewerk gearbeitet. Dort lernte ich u. a., wie man professionelle Blockhütten baut. Dann habe ich mich im Holzbau selbstständig gemacht. Ich finde es unglaublich faszinierend, mit relativ wenig Werkzeug in den Wald zu gehen und aus eigener Muskelkraft heraus ein Haus zu bauen. Ich habe auch unser gesamtes Camp mit den Rundstammblockhäusern selbst gezimmert. Im Rahmen unseres Unternehmens biete ich auch Blockhauskurse an und zeige, wie man mit einem traditionellen Messer samische Holztassen, die sogenannten »kåsor«, und Schmuckstücke aus Rentiergeweihen fertigt.

Wie seid ihr schließlich auf die Idee gekommen, Reisen anzubieten?

Moni: Das, was wir hier in all den Jahren erlebt haben, das Leben im Einklang mit der Natur und den Menschen, möchten wir gerne mit anderen teilen. Als Urlauber haben wir uns immer ein Blockhaus am Wasser, Kanufahrten und Wandertouren abseits der gängigen Touristengebiete sowie endlose Nordlichtnächte in Skandinavien gewünscht. Jetzt können wir genau das, und ein Stück Faszination des hohen Nordens, an andere weitergeben.

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